Mit Kinderpornos erpresst: Mann verschickte selbst gebrannte CDs

27. Juli 2004, 13:55
1 Posting

Adressen der ahnungslosen Empfänger suchte er im Telefonbuch - In einem separaten Schreiben verlangte er dann Geld

Auf eine besonders abgefeimte Art wollte ein 32-jähriger Wiener zu Geld kommen: Er schickte acht Männern, deren Adressen er sich aus dem amtlichen Telefonbuch beschafft hatte, mehrere CDs mit kinderpornografischem Material. Nachdem die völlig ahnungslosen Empfänger die abstoßenden Bilder erhalten hatten, schrieb er ihnen wenig später Briefe, in denen er jeweils 3.000 Euro "Schweigegeld" verlangte. Nun muss sich der Täter wegen versuchter schwerer Erpressung und Besitz und Verbreitung von Kinderpornos in Straflandesgericht verantworten. Da er dort sein bisheriges Geständnis widerrief, wurde auf 30. September vertagt.

Daten löschen

In den Schreiben gab sich der Angeklagte als Postbeamter aus, der "zufällig" mitbekommen habe, dass die Männer Kinderpornos zugestellt erhalten hatten. Sein Vater sei allerdings Ermittler bei der Polizei, und gegen entsprechende Bezahlung könne er veranlassen, dass dieser die Daten der Verdächtigen aus dem Polizeicomputer lösche. Er selbst werde natürlich schweigen, versprach der Erpresser.

Er hatte sogar eine Adresse in Wien-Floridsdorf angegeben, an die seine Opfer das Geld schicken hätten sollen. Von den Männern hatte allerdings keiner ein schlechtes Gewissen, allesamt bezahlten keinen Cent und erstatteten Anzeige.

Polizei

Darauf hin legte sich die richtige Polizei auf die Lauer. Als der 32-Jährige nachsehen kam, ob in dem Briefkasten schon etwas eingelangt war, wurde er festgenommen.

Mehrere 100 Videos

In weiterer Folge stellte sich heraus, dass der Erpresser zu Hause eine umfangreiche Kinderporno-Sammlung hatte und die versandten CDs aus dem eigenen Bestand stammten. Abscheuliche Aufnahmen mit drei bis sechs Monate alten Babys wurden bei der Hausdurchsuchung sicher gestellt. Insgesamt wurden 3.600 Disketten, 3.400 CDs und mehrere 100 Videos beschlagnahmt.

Vor dem Schöffensenat behauptete der Angeklagte nun, er sei als Kind selbst vergewaltigt worden. Im Internet suche er nun den damaligen Täter, daher speichere er sämtliche Daten ab, auf die er im Zug seiner Recherchen stoße. Er selbst sei nicht pädophil. Auch zu der versuchten Erpressung war der 32-Jährige nicht geständig.(Apa)

Share if you care.