"Tat-Sachen" zeigt die verbrecherischen Seiten Österreichs

19. Juli 2004, 14:00
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Spektakuläre Kriminalfälle aus Gegenwart und Vergangenheit - Erste Folge am Dienstag um 21.05 Uhr in ORF 2

Mord und Totschlag, kriminalistische Erfolge und ungelöste Rätsel: Die neue ORF-Reihe "Tat-Sachen" zeigt die verbrecherischen Seiten Österreichs. Peter Resetarits präsentiert pro Folge drei spektakuläre Kriminalfälle aus Vergangenheit und Gegenwart. Gruselig lässt sich gleich die Premiere am Dienstag (21.05 Uhr, ORF 2) an: Themen sind ein bis heute ungelöster Mordfall in Wien, die "Bestie von Steyr", die in den 50er Jahren ihr Unwesen trieb, und eine unheimliche Todesserie in Floridsdorf Ende der 80er Jahre.

Wer war am 11. Jänner 2002 der letzte Gast im Café Luigi? Eine Frage, die die Wiener Kriminalisten noch heute brennend interessiert, lassen doch DNA-Analysen darauf schließen, dass der letzte Gast zugleich der Mörder von Cafe-Besitzerin Brigitte F. gewesen ist. Doch bisher führten alle Spuren in die Irre. "Tat-Sachen" rekonstruiert den Tathergang und spart nicht mit grausigen Details, die anhand originaler Polizei-Fotos und -Videos ausreichend illustriert werden.

"Mörder mit dem Maurerfäustel"

Weniger Bild-Material gibt es von den länger zurückliegenden Verbrechen. Die Geschichte von Alfred Engleder, der als "Mörder mit dem Maurerfäustel" in den 50ern die Gegend um Steyr in Angst und Schrecken versetzte, ist aber um nichts weniger spektakulär. Mit einem schweren Hammer attackierte er junge Frauen, um sie daraufhin zu vergewaltigen, Sechs Mal schlug er zu, zwei Frauen brachte er damit um. Der kleingewachsene Serientäter rechtfertigte seine Taten im Prozess mit Frauenhass auf Grund fortgesetzter Zurückweisung. Grausame Ironie des Schicksals: Nach seiner Haftentlassung wurde er im Jahr 1993 von einer Frau niedergestochen und starb.

In einer nur scheinbar idyllische Kleingartensiedlung in Floridsdorf führt der dritte Fall der "Tat-Sachen"-Premiere. Die Leiche einer alten Frau wurde mit Salzsäure übergossen, in Zement eingegossen und schließlich in der Donau versenkt. Das gab der Tatverdächtige Lew K. sogar zu - nur einen Mord leugnete er beharrlich. Seine Vermieterin - und, obwohl um vieles älter, auch Geliebte, wie zumindest Nachbarn spekulieren - sei eines natürlichen Todes gestorben, beteuert er. Da die Leiche nicht aufzufinden, ohne Leiche aber ein Mord schwer zu beweisen ist, wird Lew K. nicht weiter verfolgt. Doch Frau Kloss ist nicht die letzte Tote in seinem Umfeld - bis er schließlich selbst tot aufgefunden wird.

Dem "Tat-Sachen"-Team (Doris Plank, Christian Puluj und Franz Leopold Schmelzer) geht es in der neuen Reihe getreu der Sendungsidee von Günther Kallinger und Kurt Tozzer zum einen darum, die Polizeiarbeit detailgenau darzustellen, zum anderen hofft man tatsächlich, mit Hilfe der Zuschauer Neues über ungelöste Verbrechen herauszufinden. Gerade bei Fällen, in denen noch keine historische Distanz entstehen kann, ist indes die Gratwanderung zwischen Reißer und Doku mehr als schwierig, wie die der APA in einem Rohschnitt vorliegende erste Sendung zeigt. Insgesamt aber ist "Tat-Sachen" eine schnell gemachte Reportagesendung, die sicher ihr Publikum finden wird. (APA)

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