Mizuho ist nach Bilanzsummen weltweit neue Nummer eins

28. Juli 2004, 11:41
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Im "Top 1000"-Ranking des Fachmagazins "The Banker" bleibt beim Kernkapital aber weiter die US-amerikanische Citigroup an der Spitze

Wien - Die US-amerikanische Citigroup konnte im aktuellen "The Banker"-Ranking der 1000 weltgrößten Banken ihren Spitzenplatz beim Ranking nach Kernkapital verteidigen, nach Bilanzsumme wurde sie aber von der japanischen Mizuho Bank vom ersten Platz verdrängt. Als größte westeuropäische Bank hat die französische Credit Agricole im Ranking 2004 die britische HSBC verdrängt. Größte Bank Deutschlands blieb die Deutsche Bank. China Construction Bank überholte die Bank of China und ist größte Bank in Asien (ohne Japan) geworden.

1.285 Milliarden Dollar Bilanzsumme

Die japanische Großbank Mizuho hat mit einer Bilanzsumme von 1.285 Mrd. Dollar (1.040 Mrd. Euro) die New Yorker Citigroup (1.264 Mrd. Dollar) überholt. An dritter Stelle folgt die Schweizer UBS mit 1.120 Mrd. Dollar, vor dem französischen Credit Agricole (1.105 Mrd.) und der britischen HSBC Holding (1.034 Mrd.). Die Deutsche Bank nimmt mit einer Bilanzsumme von 1.015 Mrd. Dollar den sechsten Platz ein. Auf den Rängen folgen BNP Paribas (989 Mrd.), Mitsubishi Tokyo (975 Mrd.), Sumitomo Mitsui (950 Mrd.) und Royal Bank of Scotland (806 Mrd. Dollar).

Japan-Fusion wäre deutlicher Erster

Die geplante Fusion der beiden japanischen Großbanken Mitsubishi Tokyo und UFJ würde mit einer gemeinsamen Bilanzsumme von 1.729 Mrd. Dollar zum größten Kreditinstitut der Welt nach Bilanzsumme und zum zweitgrößten nach Kernkapital (57,9 Mrd. Dollar) führen.

Nach Kernkapital gereiht ist die Citigroup mit 66,9 Mrd. Dollar das sechste Jahr in Folge an erste Stelle geblieben. Credit Agricole konnte sich mit 55,4 Mrd. Dollar vom fünften auf den zweiten Platz verbessern. HSBC folgt mit 54,9 Mrd. Dollar an dritter Stelle, vor der Bank of America (44 Mrd.) und JP Morgan Chase (43,2 Mrd.). Mizuho folgt am sechsten Platz mit 37,8 Mrd. Dollar, vor Mitsubishi Tokyo mit 37,0 und Royal Bank of Scotland mit 34,6 Mrd. Dollar Kernkapital. Die Ränge neun und zehn nehmen Sumitomo Mitsui (34,2 Mrd.) und BNP Paribas (32,5 Mrd.) ein.

Deutsche Bank in Deutschland weiter top

Kapitalstärkste Bank in Deutschland blieb mit einem Kernkapital von 27,4 Mrd. Dollar die Deutsche Bank. Die Konzernmutter der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), die Münchner HypoVereinsbank (HVB), sackte dagegen vom 20. auf den 32. Platz ab. Als größte niederländische Bank wird die Rabobank mit 24,8 Mrd. Dollar Kernkapital an 15. Stelle angeführt. Gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Verbesserung von 11 Rängen. Die ING Bank kommt an 17., ABN Amro an 20. Stelle. Die größte spanische Bank, Santander Central Hispano, liegt mit 21,4 Mrd. Dollar an 22. Stelle.

Die größte chinesische Bank ist die China Construction Bank. Sie rückte mit einem Kernkapital von 22,5 Mrd. Dollar von der 37. auf die 21. Stelle vor. Die Industrial Bank of China liegt mit 20,6 Mrd. Dollar am 25. Platz.

Neue Rekordgewinne

Die allgemeine wirtschaftliche Erholung und Rückkehr der japanischen Banken zu Profitabilität hat bei den weltweit 1000 größten Banken zu neuen Rekordgewinnen geführt. Angeführt von profitablen US-Banken erhöhten sich die aggregierten Vorsteuergewinne aller im "The Banker"-Ranking vertretenen Top 1000 Banken im Geschäftsjahr 2003 um 65,4 Prozent auf die Rekordmarke von 417,4 Mrd. Dollar (337,9 Mrd. Euro) nach 252 Mrd. Dollar. Das sind zugleich um 100 Mrd. Dollar mehr als im bisherigen Rekordjahr 2000. 2001 hatte es noch einen drastischen Einbruch von fast 30 Prozent gegeben, dem 2002 nur eine moderate Erholung gefolgt ist.

US-Banken steigerten Gewinne um 23,8 Prozent

Einen wesentlichen positiven Gewinnbeitrag lieferten diesmal laut der Juli-Ausgabe von "The Banker" auch die 113 berücksichtigten japanischen Banken, die erstmals wieder Gewinne von 14,9 Mrd. Dollar nach Verlusten von 39,3 Mrd. Dollar lieferten, insgesamt ein Umschwung von über 54 Mrd. Dollar. Eine treibende Kraft blieben aber die 211 angeführten US-Banken, deren Gewinne um 23,8 Prozent auf 153,7 Mrd. Dollar stiegen. Bereits im Vorjahr waren die Gewinne der US-Banken um 25,8 Prozent auf 124 Mrd. Dollar angestiegen.

Die ertragsstarken US-Banken erwirtschaften somit mit 22 Prozent des Kapitals und 15 Prozent der Bilanzsumme der Top 1000 Banken 36,8 Prozent der Gewinne. Die Banken der Europäischen Union kommen mit 36,7 Prozent auf den gleichen Gewinnanteil, ihre 271 platzierten Banken setzen dafür aber mit einem Anteil von 41 Prozent deutlich mehr Kapital ein und benötigen mit 48 Prozent mehr als die doppelte Bilanzsumme.

Gewinne der EU-Banken stiegen um 40 Prozent

Die Gewinne der EU-Banken legten um 40 Prozent auf 153,2 Mrd. Dollar zu. Die asiatischen Banken (ohne Japan) machen 12 Prozent des Kapitals, 11 Prozent der Bilanzsumme und 8 Prozent der Gewinne aus.

Zusammen sind die EU- und US-Banken, die etwa die Hälfte der Top 1000 Banken stellen, für fast drei Viertel der Gewinne verantwortlich. Keine Unterstützung fanden die EU-Banken von den Banken in Deutschland. Diese lieferten einen gemeinsamen Verlust von 306 Mio. Dollar ab, allen voran einige der größten Banken des Landes.

Auch in Hinblick auf die Kapitalrentabilität blieben die US-Banken führend. Im Schnitt belief sich der Return on Capital (ROC) auf 29,3 Prozent und lag damit deutlich über den 23,2 Prozent im Jahr davor und fast doppelt so hoch wie die 15,6 Prozent Rentabilität der EU-Banken. Auch die lateinamerikanischen Banken stehen mit einer Rentabilität von 23,9 Prozent relativ gut da, während die asiatischen und japanischen Banken mit 12,1 bzw. 5,2 Prozent weit dahinter liegen. Insgesamt lag die Kapitalrentabilität der Top 1000 Banken mit 17,6 Prozent etwas unter dem Rekordwert von 17,9 Prozent im 2001-Ranking. (APA)

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    Mizuho ist nach Bilanzsummen die größte, nach Kernkapital gerechnet die sechstgrößte Bank der Welt.

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