Stimmen-Krimi bei Sorrento-Konferenz

23. Juli 2004, 19:09
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Walfangbefürworter vorerst knapp in der Minderheit - in den nächsten Tagen bekommen sie jedoch Unterstützung

Sorrento - Mit einer Schlappe für Japan und die anderen Walfangnationen hat am Montag die 56. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission im süditalienischen Sorrento begonnen. Bei einer ersten Abstimmung über Verfahrensfragen unterlagen die Walfangbefürworter mit einem Stimmverhältnis von 24 zu 29 Ländern.

Jedoch könnte sich dieses Verhältnis in den nächsten Tagen noch zu Gunsten der Walfänger ändern: Senegal und die Elfenbeinküste durften zunächst nicht mitstimmen, weil sie ihre Mitgliedsbeiträge bisher nicht bezahlt hatten, und die marokkanische Delegation war noch nicht angereist. Alle drei Länder sind auf Japans Seite und könnten im Laufe der Tagung anstehende Resolutionen und Entscheidungen beeinflussen.

Wackelkandidat Dänemark

Zudem gilt Dänemark, das zunächst mit den Walfanggegnern stimmte, eigentlich als Walfangbefürworter und könnte bei entscheidenden Resolutionen die Seiten wechseln. Das seit 1986 bestehende Moratorium für den kommerziellen Walfang ist nach Auskunft der deutschen Delegation allerdings in keinem Fall in Gefahr. Es kann nur mit einer Dreiviertelmehrheit abgeschafft werden. Deutschland hat sich zum Auftakt der Tagung klar gegen den Walfang ausgesprochen.

"Um die statistische Qualität unserer Daten und Ergebnisse zu verbessern (...)"

Umweltschutzorganisationen werfen Japan vor, sich mit gezielter Zahlung von Entwicklungshilfe-Geldern immer wieder Stimmen kleiner und armer Länder zu kaufen. Japan und Island machen trotz des Moratoriums Jagd auf Wale, nach eigenen Angaben zu Forschungszwecken.

"Um die statistische Qualität unserer Daten und Ergebnisse zu verbessern, werden wir von diesem Jahr an die Zahl der gefangenen Wale im Rahmen des Forschungsprogramms im Nordpazifik noch erhöhen", kündigte Japan in seiner Eröffnungserklärung an. Norwegen ist keine internationalen Verpflichtungen zum Walfang eingegangen.(APA/dpa)

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    Seit Tagen sammeln sich Tierschutz- AktivistInnen in Sorrento

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