Nachfrage nach Baugeld bei Bausparkassen gut ein Fünftel höher

28. Juli 2004, 12:47
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Fast 1,1 Milliarden Euro Finanzierungsleistung im ersten Halbjahr - Ausleihungsbestand noch immer leicht rückläufig

Wien - Satte Zuwachsraten melden die fünf Bausparkassen in Österreich bei der Vergabe von Baugeld in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahrs 2004. Der Verband ortet damit eine klare Trendwende im Wohnbaufinanzierungsgeschäft: Mit insgesamt 1,08 Mrd. Euro war die Finanzierungsleistung der Bausparinstitute nach dem ersten Halbjahr um 21,55 Prozent höher als zwischen Jänner und Juni 2003.

Deutlich aufwärts ging es auch im Quartalsvergleich des laufenden Jahres: Im ersten Quartal 2004 lag die Finanzierungsleistung bei 461 Mio. Euro, in den darauf folgenden drei Monaten schon bei 620,5 Mio. Euro.

Im ersten Halbjahr 2004 wurden bei allen fünf Bausparkassen Österreichs (Allgemeine Bausparkasse, Bausparkasse Wüstenrot, LBA Landesbausparkasse, Raiffeisen Bausparkasse, s Bausparkasse) gemeinsam 417.060 Bausparverträge neu eröffnet. Zum Vergleich: Zwischen Jänner und Juni 2003 waren es 416.718 Neuabschlüsse.

"Vorjahresniveau komfortabel gehalten"

Damit habe man "das ausgezeichnete Vorjahresniveau komfortabel gehalten", erklärt Josef Schmidinger, Generaldirektor der s Bausparkasse und seit 15. Juli auch Vorsitzender des Arbeitsforums österreichischer Bausparkassen. "Bedenkt man, dass das zweite Halbjahr erfahrungsgemäß stärker ist, dann ist hier noch einiges möglich", freut man sich im Verband.

"Sehr erfreulich" entwickelten sich für die Bausparinstitute die Bauspareinlagen: Per Ende Juni 2004 verfügen sie gemeinsam über 17,177 Mrd. Euro. Das war ein Plus von 3,4 Prozent.

Auch die Zahl der Konten erhöhte sich bis zur Jahresmitte um 87.808 (plus 1,74 Prozent) weiter auf insgesamt 5.139.598. Damit verfügen nahezu zwei Drittel aller Österreicher über einen Bausparvertrag. Für Schmidinger machen die heurigen Entwicklungen das Vertrauen der Bevölkerung in das Bausparsystem abermals deutlich. Die Bausparkassen wiederum hegten "berechtigte Hoffnung auf gute Gesamtergebnisse am Ende des Jahres."

Volkswirtschaftlicher Beitrag

Abgesehen von der sozialen Funktion für den Einzelnen leiste das Bausparsystem auch einen unverzichtbaren volkswirtschaftlichen Beitrag für die Gesellschaft, unterstreicht Schmidinger: "Über das Bausparsystem fließt in etwa das 15fache dessen, was der Staat an Bausparprämie investiert, als Steuern und Abgaben in den Staatshaushalt zurück."

Leicht rückläufig waren bis Ende Juni abermals die Gesamtausleihungsstände, nach Informationen aus dem Sektor gab es bei zwei der fünf Institute Rückgänge. Der gemeinsame Ausleihungsbestand wies im ersten Halbjahr 2004 mit insgesamt 13,116 Mrd. Euro noch ein leichtes Minus von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf (Jänner bis Juni 2003: 13,387 Mrd. Euro), allerdings zeige sich auch hier ein Aufwärtstrend, so der Verband.

Die Steigerung gegenüber dem ersten Quartal des Jahres (13,076 Mrd. Euro) betrage 1,7 Prozent. Wie es zur APA hieß, spiegelte in den heurigen ersten Monaten der Ausleihungsbestand immer noch das verhaltene Geschäft des Vorjahres wider, das Neugeschäft spreche bereits eine ganz andere Sprache. (APA)

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