Boeing stellt bis zu 3.000 Mitarbeiter ein

28. Juli 2004, 11:30
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Offene Stellen in der Verkehrsflugzeug- und in der Rüstungssparte - Erste Neueinstellungen seit 2001

Seattle - Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing will in den USA 2.000 bis 3.000 Mitarbeiter einstellen. Es wären die ersten großen Neueinstellungen in der Verkehrsflugzeugsparte des Airbus-Konkurrenten seit den Terroranschlagen vom 11. September 2001. Boeing hatte seitdem die Gesamtzahl der Mitarbeiter im Konzern von 198.000 auf 157.000 reduziert. Fast alle Entlassungen erfolgten in der Verkehrsflugzeugsparte, während das Rüstungsgeschäft von Boeing auf Hochtouren läuft.

Die meisten der offenen Stellen befinden sich in der Verkehrsflugzeugsparte und einige in der Rüstungssparte IDS (Integrated Defense Systems), teilte der Konzern mit. Die Neueinstellungen zeigen nach Darstellung von Branchenkennern, dass Boeing nach der dramatischen Verkehrsflugzeug-Absatzkrise der vergangenen drei Jahre jetzt ganz langsam wieder an Fahrt gewinnt und vorsichtig mit Neueinstellungen beginnt.

Ingenieure gesucht

Die Boeing-Verkehrsflugzeugsparte beschäftigt momentan 53.400 Mitarbeiter und will bis Jahresende etwas mehr als 2.500 neue Stellen besetzen. Boeing benötigt unter anderem Ingenieure, die an der Entwicklung des neuen Verkehrsflugzeugs Boeing-7E7 arbeiten sollen. Die mittelgroße zweistrahlige Maschine ist der große Hoffnungsträger von Boeing. Boeing hat für sie bisher mehr als 60 Bestellungen und verhandelt mit zahlreichen Airlines über weitere Aufträge. Sie soll 2008 auf den Markt kommen.

Boeing will die Flugzeugproduktion im kommenden Jahr von 285 auf 300 Maschinen aufstocken und benötigt hierfür ebenfalls mehr Personal. Boeing war nach den Terroranschlägen vom September 2001 in eine schwere Auftragskrise geraten, weil viele Fluggesellschaften ihre Aufträge gestrichen, gekürzt oder storniert hatten. Der europäische Konkurrent Airbus hat den langjährigen Marktführer inzwischen überholt. Boeing hatte im Jahr 2001 noch 527 Flugzeuge ausgeliefert.

Vergleich in Sachen Diskriminierung

Unterdessen will der Boeing-Konzern in einem Vergleich zur Beilegung einer Diskriminierungs-Sammelklage bis zu 29.000 gegenwärtiger und früherer Mitarbeiterinnen zwischen 40,6 Millionen Dollar und 72,5 Millionen Dollar (58,5 Mio Euro) zahlen. In der im Februar 2000 eingereichten Klage war Boeing vorgeworfen worden, Frauen gleiche Entlohnung und Beschäftigungsmöglichkeiten vorenthalten zu haben. Die zuständige Richterin in Seattle gab am Freitag ihre vorläufige Genehmigung zu dem Vergleich. Eine endgültige Anhörung stehe aber noch aus.

Boeing-Chef Harry Stonecipher erneuerte in der "Welt am Sonntag" die Kritik an europäischen Subventionen für Airbus und zeigte sich überzeugt, dass die kleinere Boeing 7E7 die richtigere Antwort auf die Märkte der Zukunft sei als der Riesen-Airbus A380. (APA/dpa)

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    Die Boeing-Verkehrsflugzeugsparte beschäftigt momentan 53.400 Mitarbeiter und will bis Jahresende etwas mehr als 2.500 neue Stellen besetzen.

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