Dringlichkeitssitzung der palästinensischen Führung

19. Juli 2004, 14:40
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Nach Unruhen im Gaza-Streifen - Westjordanland: Israelische Armee tötet Palästinenser mit Sprengstoffgrütel

Ramallah/Gaza - Unter dem Eindruck anhaltender Proteste gegen die jüngsten Personalentscheidungen des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat hat Ministerpräsident Ahmed Korei sein Kabinett für Montag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengerufen. Korei hatte am Samstag seinen Rücktritt angeboten, den Arafat jedoch nicht akzeptiert hat. Die israelische Armee ist am Montagmorgen in die Stadt Tulkarem im Westjordanland einmarschiert und hat dabei einen Palästinenser getötet.

Arafat hatte die schweren Unruhen im Gaza-Streifen mit der Ernennung seines Cousins Mussa zum Chef der Sicherheitskräfte ausgelöst. Diese Entscheidung wird als Ausdruck von Korruption und Vetternwirtschaft angesehen. In dem Flüchtlingslager Rafah lieferten sich Gegner Arafats und palästinensische Sicherheitskräfte in der Nacht auf Montag eine Schießerei vor der lokalen Geheimdienstzentrale. Dabei wurden mehrere Personen verletzt, darunter ein palästinensischer Reporter, der für die Nachrichtenagentur Reuters tätig ist.

Israelische Armee tötet Palästinenser mit Sprengstoffgrütel

Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon erklärte am Sonntag, die Entwicklung im Gaza-Streifen bestätige ihn in seiner Auffassung, dass Israel nicht mit der derzeitigen palästinensischen Führung verhandeln könne.

In Tulkarem im Westjordanland erschossen israelische Soldaten am Montagmorgen einen militanten Palästinenser, wie die Streitkräfte mitteilten. Der Mann habe einen Sprengstoffgürtel getragen und sich seiner Verhaftung widersetzt. Bei dem Gefecht sei ein Soldat schwer verwundet worden.

In Beit Hanun im Gaza-Streifen zerstörte die israelische Armee drei Häuser, mehrere Gewächshäuser und zwei Hühnerställe. Zuvor hatten militante Palästinenser Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. (APA/AP/dpa)

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