Zauberwort der Steuer für Schiffe

16. September 2004, 09:57
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Tonnagesteuer als Zutritt für Österreicher

Wien - Tonnagesteuer heißt das Zauberwort, das Schiffsbeteiligungen einem breiteren Publikum attraktiv macht. Bei der 1999 in Deutschland eingeführten Steuer haben Schifffahrtsbetriebe die Möglichkeit, für eine pauschalierte Gewinnermittlung, die sich nach der im internationalen Schiffsverkehr eingesetzten Tonnage richtet, zu optieren. Bei Anwendung der Tonnagesteuer wird anstelle des tatsächlichen Gewinnes oder Verlustes der Gewinn pauschal ermittelt.

Grundlage der Pauschalisierung ist die Nettoraumzahl, also die "Größe" des Schiffes. Daraus resultiert ein sehr geringer steuerlicher Gewinn für die Gesellschaft und damit sehr geringe Steuern für die einzelnen Gesellschafter während der Betriebsphase.

Auf Basis des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Österreich und Deutschland kommt diese vorteilhafte Besteuerung auch österreichischen Anlegern zu Gute.

Es gilt allerdings der Progressionsvorbehalt. Das heißt vereinfacht, die Gewinnausschüttung wird zur Berechnung der Progression des Einkommensteuersatzes berücksichtigt.

Je höher also der Steuertarif auf Basis der österreichischen Einkünfte, umso geringer der tatsächliche Einfluss der zusätzlichen Schiffseinkünfte aus Deutschland.

Ein weiterer Vorteil der Schiffsbeteiligung via Kommanditkapital ist die steuerliche Einordnung als Betriebsvermögen, woraus bei Erbschafts- und Schenkungssteuer ein hoher Freibetrag und ein Bewertungsabschlag gegenüber anderen Vermögenswerten wie Aktien oder festverzinslichen Wertpapieren resultiert. (dol/DER STANDARD Printausgabe, 19.07.2004)

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