Wirtschaft setzt auf Großprojekte

25. Juli 2004, 21:14
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Forschungsförderungsfonds verzeichnet einen Rückgang an Einreichungen

Die Zwischenbilanz des für die betriebliche Forschung zuständigen Förderungsfonds der gewerblichen Wirtschaft (FFF) zum Halbjahr 2004 fällt zwiespältig aus: Wie im STANDARD bereits zu lesen war, ist die Zahl von Projektanträgen und damit in der Folge auch die Gesamtförderung gesunken. Gleichzeitig ist jedoch das durchschnittliche Fördervolumen, mit dem eine Forschungs- und Entwicklungsarbeit vom FFF unterstützt wird, gestiegen (siehe Grafik).

Im Klartext bedeutet das: Immer mehr öffentliche Fördermittel in der angewandten Forschung werden für Großprojekte in Anspruch genommen. Dementsprechend sank auch die Beteiligung der für Österreichs Innovationslandschaft wichtigen Klein- und Mittelunternehmen (KMU) an FFF-Programmen leicht ab: Während in der ersten Hälfte des Jahres 2003 noch 408 Projekte Unterstützung vonseiten der KMU hatten, waren es im selben Zeitraum des heurigen Jahres nur 342.

Herbert Wotke, Geschäftsführer des FFF, meint aber, dass es sich um "statistische Abweichungen" handle. Er führt die Zurückhaltung der Unternehmen auf "eine gewisse Verunsicherung" zurück, die durch die Diskussionen um die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) entstanden sei. Unter ihrem Dach werden mit diesem Jahr neben dem FFF auch die Technologie Impulse Gesellschaft (TIG), die Austrian Space Agency (ASA) und das Büro für Internationale Forschungs- und Technologiekooperation (BIT) vereint.

Einzelbereiche

Trotz des generellen Rückgangs von Anträgen entwickeln sich einzelne Aktionslinien durchaus erfreulich, wie an der Halbjahresbilanz des FFF auch zu sehen ist: Besonders das Förderangebot im Bereich Mikrotechnik, das auch Forschungsarbeiten zur Nanotechnologie unterstützt, wird immer mehr angenommen. Die Zahl der geförderten Projekte stieg von 35 im vergangenen Jahr auf heuer 48. Ebenfalls auf sehr hohem Niveau halten sich die Biowissenschaften.

FFF-Geschäftsführer Herbert Wotke blickt insgesamt optimistisch in das zweite Halbjahr 2004: "Finanzierung und Kontinuität in der Forschungsförderung sind gesichert." Maßgeblich dazu beigetragen haben zusätzliche Mittel in der Höhe von 45 Millionen Euro, die der FFF von der heuer errichteten "Nationalstiftung für Forschung" erhält.

Auch die Integration des FFF in die Dachorganisation der Forschungsförderungsgesellschaft sei doch auf guten Schienen, so Wotke: "Wir freuen uns darauf, wieder in ruhigere Gewässer zu gelangen, und werden unsere Arbeit mit der gewohnten Effizienz erledigen." (Elke Ziegler/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19. 7. 2004)

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