Ringen um den Schutz der Meeresriesen

23. Juli 2004, 19:09
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Tagung der Walfangkommission entscheidet über die Schutzgebiete in der Antarktis

Sorrento - Am Montag beginnt im italienischen Sorrento die 56. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC). Bis 23. Juli werden Vertreter von mehr als 50 Staaten über Walschutz und Walfang debattieren.

Zwei Blöcke drängten schon im Vorfeld dieser Tagung auf vielerlei Weise andere Staaten, der IWC beizutreten. Auf der einen Seite sind drei Staaten, die Wale jagen: Norwegen, das ohnehin keine internationale Verpflichtungen über Wale eingegangen ist, sowie Island und Japan, deren Walfänger die Tiere zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken töten.

Nach Auffassung Japans sollte der Mensch die Meeressäuger wie andere Tiere als Nahrung nutzen, solange sie nicht vom Aussterben bedroht sind - Zwergwale etwa seien nicht gefährdet. Auf der anderen Seite setzen sich Deutschland, die USA, Großbritannien, Australien, Neuseeland und weitere Länder für den Walschutz ein.

Die Walfangkommission überprüft in diesem Jahr das 1994 ausgerufene Walschutzgebiet im Südpolarmeer, das zahlreiche Arten von Großwalen beheimatet. In diesem Schutzgebiet machen japanische Fischer jährlich Jagd auf mehrere hundert Minkwale. Die japanische Regierung würde den Schutzstatus gern aufheben, wird aber die dazu erforderliche Dreiviertelmehrheit nach Einschätzung der Naturschutzorganisation WWF nicht erreichen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace wiederum fürchtet, der Schutz für die Tiere könnte bei der Konferenz durch die von den Walfängern angestrebte Ausweitung des "wissenschaftlichen Walfangs" in der Antarktis gefährlich geschwächt werden.

Auch für heuer haben Australien und Neuseeland die Einrichtung eines Walschutzgebietes im Südpazifik beantragt. Brasilien und Argentinien fordern laut Greenpeace zudem ein Schutzgebiet im Südatlantik.(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19 7. 2004)

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