Schießereien in Rafah

20. Juli 2004, 07:52
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Al-Aksa-Brigaden greifen Sicherheitsdienst an - Mindestens 18 Verletzte bei Protesten gegen Arafat-Cousin als Sicherheitschef

Rafah - Im Gaza-Streifen ist es in der Nacht zum Montag erneut zu Schießereien zwischen Kämpfern der Al-Aksa-Brigaden und palästinensischen Sicherheitskräften gekommen.Bei Zusammenstößen zwischen gewalttätigen Demonstranten und palästinensischen Sicherheitskräften im Gaza-Streifen sind mindestens 18 Menschen verletzt worden.

Kämpfer der palästinensischen Al-Aksa-Brigaden griffen Polizisten in einem Gebäude in Rafah an und verlangten deren Abzug, um es niederbrennen zu können. In dem Ort war bereits ein Büro in Brand gesetzt worden. Zuvor hatten Tausende bewaffnete Demonstranten gegen die Ernennung von Mussa Arafat - einem Cousin von Präsident Yasser Arafat - zum neuen Sicherheitschef in dem Gebiet protestiert.

Die seit Freitag anhaltenden Proteste richten sich gegen angebliche Korruption in der Palästinenser-Regierung und gelten als die schwersten seit 1994. Die Demonstranten haben davor gewarnt, dass die Unruhen auch auf das Westjordanland übergreifen könnten. Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Korei hatte wegen des Machtkampfes seinen Rücktritt abgeboten, was Arafat jedoch ablehnte. Ob Korei auf seinen Rücktritt beharrt, sollte im Laufe des Tages bei einer Kabinettssitzung bekannt werden. (APA/dpa)

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