Erfüllter Lebenswunsch

22. Juli 2004, 20:18
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Moritz von Schwind und die "Zauberflöte" im Oberen Belvedere

Wien - Moritz von Schwind erhält anlässlich der 200. Wiederkehr seines Geburtstages in der Österreichischen Galerie im Belvedere eine feine Ehrung. Hauptthema der Schau ist die intensive Auseinandersetzung mit Mozarts Zauberflöte, die erst gegen Ende seines Lebens in den Wandgemälden der Staatsoper ihren endgültigen Ausdruck fand.

1846 erhielt der 1804 in Wien geborene Künstler von Kaiser Franz Joseph den Auftrag, die Loggia mit einem Zauberflötenzyklus zu bebildern. Schwind, der über Schubert zur Musik fand, hatte schon lange den Wunsch gehabt, die Wand eines Musikzimmers mit Szenen aus Mozarts Zauberflöte auszustatten. Dieser Wunsch "hatte sich gegen Ende seines Lebens in Form der Ausmalung eines repräsentativen Raumes in einem der Prunkbauten seiner Heimatstadt erfüllt. Eben so sah er seine Idee eines Schubert gewidmeten Zimmers in der Lünette würdig umgesetzt", meint die Kuratorin der Schau, Brigitte Hauptner.

"Schwind, der Romantiker, ist selbst mit der ganzen Seele der Schwesterkunst ergeben; nicht nur, dass er gerne ausübend sich betätigte, sein ganzes Wesen ging im Musikalischen auf. Edler als in den Werken der bildenden Kunst erschienen ihm in den klassischen Tongebilden eines Mozart und Beethoven, mit denen er wohl vertraut war, die Gesetze der Schönheit erfüllt", schrieb Otto Weigmann in seiner 1906 erschienen Monographie über Schwind, dem andererseits nicht zu Unrecht vorgeworfen wurde, Repräsentationskunst abseits moderner Strömungen zu machen.

Die Schau ist eine fein konzentrierte Ausstellung, die alle erhaltenen und verfügbaren Studien, Skizzen und Entwürfe versammelt. So entsteht ein umfassender Blick auf die Entstehung eines Hauptwerkes der Spätromantik bzw. des romantischen Historismus. Die Schau widmet sich sowohl Darstellungen um den Auftritt der Königin der Nacht, der Szene, mit der Schwind seinen Freskenzyklus beginnen lässt. Eine weitere Gruppe stellen Studien und Entwürfe zur Handlung um Papageno dar - Schwinds Lieblingsfigur aus der Zauberflöte, den er selbst in Zusammenhang mit Mozart brachte. Schließlich beschäftigt sich eine Auswahl von Arbeiten mit Tamino und Pamina, vertreten auch in der Mozart-Lünette des Opernfoyers. (Franz Niegelhell/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19 7. 2004)

Bis 26. September
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