Serienmörder in Seoul verhaftet

19. Juli 2004, 22:24
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19 Morde gestanden - Er habe aus Hass vor allem Frauen und wohlhabende Bürger in der Hauptstadt umgebracht

Die südkoreanische Polizei hat einen Mann festgenommen und verhaftet, der des Mordes an mindestens 19 Menschen verdächtigt wird. Der 33 Jahre alte Yoo Young-chul werde im Zusammenhang mit einer Reihe von Morden seit dem vergangenen September befragt, teilte die nationale Polizeibehörde in Seoul am Sonntag mit.

Yoo habe die Taten gestanden. Er habe aus Hass vor allem Frauen und wohlhabende Bürger in der Hauptstadt umgebracht. Die Polizei brachte ihn jedoch auch mit Mordfällen in anderen Städten des Landes in Verbindung. Die Mordserie in Seoul hatte Panik unter den Bürgern ausgelöst.

Bisher seien die Leichen von elf Frauen gefunden worden, die der Verdächtige in der Nähe eines Tempels im Norden der Hauptstadt sowie an anderen Stellen um Seoul vergraben habe, sagte ein Polizeisprecher. Die Angaben des Festgenommenen über die Namen seiner vermutlichen Opfer stimmten mit den Namen von Vermissten exakt überein.

Psychologen sollen Schuldfähigkeit feststellen

Der Mann wurde den Polizeiangaben zufolge bereits am Donnerstag in Seoul im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu einer vermissten Masseuse festgenommen. Der Beschuldigte sei bereits wegen Vergewaltigung und schweren Diebstahls in 14 Fällen vorbestraft. Im vergangenen Jahr wurde er aus der Haft entlassen.

Wie die Polizei weiter mitteilte, ist Yoo geschieden. Aus Rücksicht auf seinen elf Jahre alten Sohn habe er Mordpläne gegen seine geschiedene Frau fallen gelassen und sich stattdessen andere Opfer gesucht, habe er bei der Vernehmung gesagt.

Unklar blieb noch, warum sich seine Mordlust in jüngster Zeit auf Masseusen konzentrierte, den ersten Vernehmungen zufolge hat er seine Opfer nicht vergewaltigt. Psychologen wurden zu den Verhören zugezogen, sie sollen feststellen, ob der mutmaßliche Serienmörder schuldfähig ist. (dpa/DER STANDARD; Printausgabe, 19.7.2004)

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    Vermummt wird Yoo Young-chul in Seoul zum Verhör gebracht, er soll 19 Menschen ermordet haben.

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