Zurückgetretener Subregens geht an die Öffentlichkeit

21. Juli 2004, 23:10
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Wolfgang Rothe will "Kampf um Wahrheit, Gerechtigkeit und Ehre" aufnehmen

St. Pölten - "Das Vertrauen und die Ermutigung zahlreicher Menschen, die mich kennen und die gegen meine Person in den Medien erhobenen Anschuldigungen als schlichtweg undenkbar zurückgewiesen haben, geben mir die Kraft, nach Tagen tiefster Verzweiflung und Dunkelheit den Kampf um Wahrheit, Gerechtigkeit und Ehre aufzunehmen, wenngleich ich mir bewusst bin, dass es sich um einen Kampf Davids gegen Goliath handelt." Diese "persönliche Erklärung" von Wolfgang Rothe, zurückgetretener Subregens des Priesterseminars St. Pölten, fand sich am Sonntag auf der >Homepage von Diözesanbischof Kurt Krenn.

Rothe erinnerte in seiner Stellungnahme daran, bereits am 27. Juni, "nachdem die zuvor gerüchteweise ausgestreuten Behauptungen moralischer Verfehlungen meinerseits erstmals schriftlich erhoben worden waren", in einem Schreiben an Krenn "aus eigener Initiative deren schonungslose Aufklärung auf kirchenrechtlicher Basis erbeten" zu haben. Außerdem habe er - "um mich selbst und vor allem das Priesterseminar aus dem Schussfeld zu bringen" - den Rücktritt vom Amt als Subregens angeboten.

"Ohne den Ergebnissen der inzwischen eingerichteten und unverzüglich tätig gewordenen Untersuchungskommission vorgreifen zu wollen, sehe ich mich angesichts der in ungeahntem Ausmaß betriebenen Medienkampagne gehalten, alle gegen mich persönlich erhobenen Anschuldigungen moralischer Verfehlungen hiermit nochmals auf das Entschiedenste zurückzuweisen", so Rothe. "Weder haben die durch angebliche 'Beweisfotos' belegten Verfehlungen bei einer Weihnachtsfeier je stattgefunden, was in jedem Fall durch Zeugenaussagen belegbar ist, noch entsprechen die übrigen gegen mich erhobenen Anschuldigungen auch nur ansatzweise der Wahrheit. Über den innerkirchlichen Klärungsprozess hinaus habe ich die Absicht, mich gegen die mir zugefügte Rufschädigung auch auf zivil- und strafrechtlicher Grundlage zur Wehr zu setzen."

Rothe in seiner Erklärung weiter: "Da die gegenwärtige Kampagne ihren Ausgangspunkt nachweislich in St. Pöltner Kirchenkreisen genommen hat, die ihre Abneigung gegen den Hochwürdigsten Herrn Diözesanbischof schon wiederholt unter Beweis gestellt haben, liegt die Vermutung nahe, dass man ein 'Bauernopfer' gesucht und gefunden hat, um ihn (Krenn, Anm.) neuerlich in Bedrängnis zu bringen. Dem, was der Hochwürdigste Herr Diözesanbischof, dem ich mich stets nach Kräften zu dienen bemüht habe, in diesem Zusammenhang schon mehrfach geäußert hat, möchte auch ich mich anschließen: Mögen Wahrheit und Gerechtigkeit zum Sieg gelangen!" (APA)

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