Großbritannien lockert Embryonenschutz noch weiter

23. Juli 2004, 12:06
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Um "Heilung bereits lebender genkranker Kinder" zu ermöglichen

London - Großbritannien plant offenbar weitere Lockerungen beim Embryonenschutz. Wie die BBC laut Kathpress am Wochenende berichtete, will die Nationale Behörde für Reproduktive Gesundheit und Embryonenschutz (HFEA) ihre Regeln zur Präimplantationsdiagnostik lockern, um die "Heilung bereits lebender genkranker Kinder" zu ermöglichen.

Anlass ist das Schicksal eines zweijährigen Buben in Nordirland, der an einer tödlichen Blutkrankheit leidet, die nur durch die Gabe von neuen Stammzellen geheilt werden kann. Da weder Eltern noch Geschwister genetisch passende Zellen liefern können, soll der Bub nun durch die Zeugung eines genetisch passenden Embryos geheilt werden. Die Ärzte planen deshalb die Reagenzglaszeugung von bis zu zwölf Embryonen, um solche Stammzellen zu finden.

Für diesen Fall erteilte die Behörde eine Ausnahmegenehmigung, die auch von der Britischen Ärztevereinigung gebilligt wurde. Lebensschutzgruppen protestierten gegen den Schritt. Die HFEA ist derzeit dabei, im Auftrag der Regierung ihre Regeln zum Embryonenschutz und zu menschlicher Fortpflanzung zu überprüfen. (APA)

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    Britische Ärzte planen die Reagenzglaszeugung von bis zu zwölf Embryonen, um Stammzellen für einen schwer kranken irischen Buben zu finden.

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