Zwei Hermann Nitsch-Museen in Neapel und Mistelbach geplant

22. Juli 2004, 20:18
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Italienischer Sammler will in Schloss in Neapel ein Museum und ein Forschungszentrum einrichten

Wien - Dem Werk von Hermann Nitsch sollen zwei Einrichtungen gewidmet sein, die derzeit in Neapel und Mistelbach geplant werden. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner neuen, am Montag erscheinenden Ausgabe.

Einer der wichtigsten Sammler des österreichischen Künstlers, der italienische Galerist Pepe Morra, hat in Neapel Teile eines Schlosses erworben, die ein Nitsch-Museum sowie ein Nitsch-Arbeits- und Forschungszentrum mit Bildarchiv beherbergen sollen. Die Einrichtung soll in zwei Jahren öffentlich zugänglich sein und Studenten zur Verfügung stehen. Morra hatte laut "profil" 1996 eine Pfingstaktion Nitschs finanziert.

Nitsch-Museum in leer stehender Fabrik

Ein zweites Projekt soll in Niederösterreich entstehen: Eine Initiativgruppe in Mistelbach plant eine permanente Nitsch-Ausstellung in einer leer stehenden Fabriksanlage. "Die Räume sind groß und könnten mit minimalem Aufwand adaptiert werden. Geplant ist vorläufig die Präsentation der Bilder der Malaktion in der Wiener Secession von 1987, die einem oberösterreichischen Sammler gehören", erklärte der Künstler in dem Magazin. Darüber hinaus kann sich Nitsch alle zwei Jahre wechselnde Ausstellungen von Werken aus eigenen Beständen vorstellen.

Der Mistelbacher Bürgermeister Christian Resch (V) bestätigte gegenüber "profil" eine dem entsprechende Absichtserklärung von Landeshauptmann Erwin Pröll (V). Man sei derzeit dabei, einen Trägerverein zu gründen und konkret zu prüfen, wie ein solches Museum aussehen könnte.

Der 1938 geborene Nitsch, der als einer der wichtigsten Initiatoren des Wiener Aktionismus gilt, bereitet derzeit im Rahmen seines aktionistischen "Orgien Mysterien Theaters" ein Zweitagespiel in Schloss Prinzendorf im Weinviertel vor, das von 31. Juli bis 2. August stattfindet. (APA)

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