Red Bull will keine Eurofighter-Gegengeschäfte

28. Juli 2004, 11:16
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Regierung präsentiert in Kürze erste von EADS vermittelte "Kompensations­milliarde"

Wien - Der Energydrink-Hersteller Red Bull will - nach einem "profil"-Bericht - keine Eurofighter-Gegengeschäfte machen. Red Bull arbeitet derzeit an Plänen für einen 700 Millionen Euro teuren Freizeitpark, der am Gelände des ehemaligen A1-Rings im steirischen Spielberg entstehen soll. Daran wird sich auch Eurofighter-Produzent EADS beteiligen.

"Erster Meilenstein" muss bis August erreicht sein

EADS sucht intensiv nach Partnern für mögliche Gegengeschäfte. Grund: Das Konsortium hat sich verpflichtet, österreichischen Unternehmen im Gegenzug für den Kauf des Eurofighter Aufträge im Wert von vier Milliarden Euro zu vermitteln. Bis August muss laut Vertrag ein Volumen von mindestens einer Milliarde Euro - der so genannte erste "Meilenstein" - erreicht sein.

Red Bull verweigert sich

Red Bull verwehrt sich allerdings gegen die von EADS gewünschte Einbeziehung der Kooperation in das Kompensationsprogramm: "Das Projekt Spielberg ist bei Gegengeschäftsprogrammen nicht der richtige Ansprechpartner", so Bernd Fisa, Sprecher des "Projekts Spielberg" gegenüber "profil".

Spätestens im August will die Bundesregierung nach "profil" vorliegenden Informationen die erste Gegengeschäftsmilliarde präsentieren. Wenige Wochen zuvor fehlen dafür selbst laut offizieller Darstellung des Wirtschaftsministeriums noch mindestens 150 Millionen Euro. Zudem führt das Ministerium auf seiner Homepage auch Unternehmen unzutreffend als Gegengeschäftspartner. Ein Sprecher der Salzburger Schlötter GmbH, die dort mit einem Kompensationsvertrag über 4,2 Millionen Euro gelistet ist: "Dass das Ministerium Projekte so darstellt, als wären sie Gegengeschäfte, ist nicht korrekt und ein Betrug an der Bevölkerung." (APA)

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