Schweizer Offizier soll deutsche Neo-Nazis ausgebildet haben

19. Juli 2004, 16:15
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Ex-Söldner gestand drei Morde

Genf/Köln - In Zusammenhang mit dem Prozess um einen Dreifachmord in Overath im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen ist ein Schweizer Offizier offenbar ins Visier der Behörden geraten. Dem 25-Jährigen werde vorgeworfen, Neo-Nazis in Deutschland trainiert zu haben, schreibt die in Zürich erscheinende "Sonntagszeitung". Der Mann soll für Wehrübungen Waffen aus der Schweiz beschafft haben. Ihm drohe nun in Deutschland ein Prozess wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

Das Bundesamt für Polizei in Bern habe die deutschen Behörden gebeten, die Ermittlungsergebnisse weiterzuleiten. Der Infanterie-Zugführer habe sich vor vier Jahren für einen Auslandsurlaub abgemeldet, sagte ein Armeesprecher gegenüber der Zeitung. Es sei nicht kontrollierbar, was jemand in seiner Freizeit tue.

Der Verdacht war in Zusammenhang mit einem Dreifach-Mord in Overath aufgekommen. Ein Ex-Söldner mit Neo-Nazi-Kontakten hatte im Juni vor dem Kölner Landgericht die Bluttat gestanden und zugleich von angeblichen politischen Motiven gesprochen. Der 45-Jährige hatte im Oktober 2003 einen Rechtsanwalt, dessen Frau und eine Tochter erschossen. Die Tat sei "Teil eines Befreiungskampfes" zum Umsturz des politischen Systems in Deutschland gewesen, sagte der Mann vor Gericht. (APA/dpa)

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