Shanghai verdonnert 1.200 Firmen zum Nachtbetrieb

28. Juli 2004, 12:48
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China verschärft wegen Energiekrise Stromspar-Auflagen - Arbeit an Baustellen bei Temperaturen über 35 Grad untersagt

Shanghai - Wegen der Energiekrise werden in China die Stromsparauflagen für die Industrie weiter verschärft. Die Behörden in der Wirtschaftsmetropole Shanghai kündigten am Montag an, sie hätten weitere 700 Unternehmen verpflichtet, ihren Starkstromverbrauch vom Tag auf die Nacht zu verlagern. Mitte Juni hatte die 17-Millionen-Metropole bereits 500 Unternehmen zu diesem Schritt gezwungen. Zudem muss der Betrieb an vielen Baustellen eingestellt werden, wenn die Temperaturen über 35 Grad Celsius steigen. Behörden und Hotels bekamen zudem die Anweisung, Klimaanlagen nicht unter 26 Grad einzustellen, um Strom zu sparen.

Ausländische Betriebe wahrscheinlich nicht betroffen

Betroffen von den neuen Regeln seien vor allem Firmen, die viel Energie verbrauchten, aber verhältnismäßig wenig produzierten, sagte der Leiter des städtischen Wirtschaftsausschusses, He Changqun. Es sei unwahrscheinlich, dass auch ausländische Firmen darunter seien, da sie in der Regel verhältnismäßig effizient arbeiteten und damit nicht unter die nun ausgegebenen Kriterien fielen. Ausgeschlossen sei dies aber nicht.

China kämpft in diesem Sommer mit der größten Stromknappheit seit den 80er Jahren. Durch den steigenden Verbrauch der boomenden Wirtschaft könnten dem Land in diesem Jahr 30.000 Megawatt fehlen. Tagsüber belasten wegen der derzeit hohen Temperaturen Klimaanlagen die ohnehin an der Grenze laufenden Netze zusätzlich. (APA/AFP)

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    Für über 1.000 Betriebe in Shanghai bedeutet die Stromknappheit Nachtarbeit.

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