Priester: "Krenn hat wahllos Seminaristen aufgenommen"

27. Juli 2004, 19:45
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Priester und Gläubige am Boden zerstört - "Kirche enormen Schaden zugefügt"

Eisenstadt - Nach der Affäre rund um das Priesterseminar St. Pölten und den Aussagen dazu von Bischof Kurt Krenn forderten heute, Sonntag, auch zwei burgenländische Priester Krenns Rücktritt, nämlich der Pfarrer von Jennersdorf, Alois Luisser, und der Jugendpfarrer Günther Kroiss in Mattersburg. Von der Diözese Eisenstadt liegt keine offizielle Stellungnahme vor. Bischof Paul Iby ist derzeit im Ausland.

Priester und Gläubige am Boden zerstört

Pfarrer Luisser sagte während der Frühmesse am Sonntag, dass die Vorgänge in St. Pölten der katholischen Kirche enormen Schaden zufügen. Viele Priester und Gläubige seien am Boden zerstört.

Gegenüber Radio Burgenland fand Luisser dann deutliche Worte, er sagte: "Ich glaube, das kann nur eine Heilung von der Wurzel her sein. Und das zu tun, liegt wirklich nun an Rom. Rom reguliert so vieles, warum nicht auch in dem Fall einen Bischof abzusetzen. Sie haben andere Bischöfe, die gut gearbeitet haben, in die Wüste geschickt. Sie können also auch so einen, der so viel Unheil über die Kirche Österreichs gebracht hat, einfach absetzen", meinte Luisser. Positiv an der Affäre sei, dass sich nun viele Gläubige Gedanken machen, wie die Kirche aus dem Schlamassel rausfinden kann.

Wahllose Aufnahme von Seminaristen

Der Mattersburger Jugendpfarrer Günther Kroiss sagt, Krenn habe in St. Pölten völlig wahllos Priesterseminaristen aufgenommen. "Soweit ich informiert bin, haben sich die österreichischen Seminare darauf geeinigt, dass Männer, die Priester werden wollen, ein Probejahr machen müssen, wo geklärt wird, ob derjenige geeignet ist und welche Motive er hat. St. Pölten hat diesen Weg nicht mitgemacht und sich immer gerühmt, wie viele Seminaristen man hat. Es ist nahe liegend, dass die die Leute aufgenommen haben, die in anderen Seminaren keine Chance gehabt hätten", so Kroiss ebenfalls im Radio Burgenland. Nun sei Rom am Zug, gefragt sei ein ordentliches Krisenmanagement. (APA)

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