Java: Im Handy und auf dem Mars

27. Juli 2004, 13:55
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Sun-Programmiersprache ist mittlerweile in 1,5 Milliarden Geräten im Einsatz

"BMW ruft 4000 Autos wegen eines Fehlers in die Werkstätten zurück." - Immer wieder kommt es zu Rückrufaktionen von Autoherstellern. Gut zwei Drittel der häufigsten Ausfälle bei modernen Autos lassen sich laut Donatus Schmid, Geschäftsführer von Sun Österreich, auf Softwarefehler zurückrufen. "In jedem Auto arbeiten 50 bis 60 kleine Computer, die teilweise noch mit Programmiersprachen aus der Steinzeit programmiert sind." Schmid sieht hier für sein Unternehmen und dessen Java-Software vor allem bei der Vernetzung der eingesetzten Programme noch ein großes Betätigungsfeld.

Relativ fehlerfreie und sichere Software

Denn Java gilt Schmid zufolge als eine Programmiersprache, in der relativ fehlerfreie und sichere Software für komplexe Serveranwendungen, aber auch Consumerprodukte wie Handys geschrieben werden kann.

Unterbrechungsfrei arbeiten

Die Entwicklung von Java geht mit der Entwicklung von Softwaretechniken für interaktives Fernseher und andere Geräte der Konsumerelektronik einher. Diese sollten vor allem eines können: unterbrechungsfrei arbeiten. "Software für den Computerbereich, die bis dato in den traditionellen Programmiersprachen wie etwa C++ oder Assembler geschrieben war, war nur bis zu einem gewissen Komplexitätsgrad realisierbar und hatte den Nachteil, hin und wieder abstürzen zu können", schildert Schmid die Entstehungsgeschichte von Java, die Anfang der Neunzigerjahre des vorigen Jahrhunderts begann.

Fehlerquellen und Sicherheitslücken

Einer Sun-Entwicklergruppe um James Gossling gelang es tatsächlich, die wesentlichen Fehlerquellen und Sicherheitslücken, die eine Programmiersprache verursachen kann, zu eliminieren. Bestandteile dieses Projekts, das später den Namen "Green" bekam, waren unter anderem das Betriebssystem "Green-OS" und ein Interpreter namens "Oak", der später in Java umbenannt wurde.

Internet

Den Durchbruch von Java brachte das Internet. "Als Bestandteil von Napster, dem ersten Browser mit einer menschlichen Benutzeroberfläche, ist Java gewissermaßen zur Lingua franca des Internet geworden." Zur Verbreitung von Java stellte Sun Microsystems die Software kostenlos ins Netz.

Der Java-Siegeszug

Heute ist Java in mehr als 1,5 Milliarden Geräten, darunter 350 Millionen Handys und 650 Millionen PCs, weltweit im Einsatz. "Jede moderne Software, die nicht ausschließlich für Microsoft Windows geschrieben wurde, ist heute mit hoher Wahrscheinlichkeit in Java verfasst", freut sich Schmid über den Siegeszug der plattformunabhängigen Programmiersprache.

"Looking Glass"

Und die Java-Geschichte geht weiter. Eines der Projekte, an denen Sun Microsystems seit einiger Zeit arbeitet, ist "Looking Glass", das die 3D-Darstellung auf Desktops ermöglichen soll. "Looking Glass ist der Versuch, frischen Wind in die verstaubte Windows-Darstellung reinzubringen", so Schmid. User sollen durch die Ausnutzung des vollen 3D-Raums ihre Bildschirmoberfläche besser organisieren können. Auch auf dem Mars ist Java mittlerweile unterwegs. Der Mars Rover "Spirit" der Nasa wird über eine javabasierte Software ferngesteuert. (Der Standatd Printausgabe, 17./18. Juli 2004, kat)

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    Auch auf dem Mars ist Java mittlerweile unterwegs. Der Mars Rover "Spirit" der Nasa wird über eine javabasierte Software ferngesteuert.

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