Jemen: Etwa 90 Islamisten binnen drei Tagen getötet

18. Juli 2004, 21:29
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Armee geht gegen Anhänger von radikalem Prediger vor

Sanaa - Die jemenitische Armee hat in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben etwa 90 Anhänger eines radikalen Predigers getötet. Das Militär habe am in der nördlichen Bergregion Maran eine Großoffensive gestartet, "um die Kontrolle über die letzten Schlupfwinkel" der Gefolgsleute des Geistlichen Hussein Badr Eddin al Huthi zu erlangen, sagte ein Vertreter der Armee am Sonntag.

Wieviele Soldaten bei dem Einsatz getötet oder verletzt wurden, wurde zunächst nicht bekannt. Die Kämpfe zwischen Armee und Aufständischen hatten am 18. Juni in der Provinz Saada nahe der Grenze zu Saudiarabien begonnen. Insgesamt wurden seitdem etwa 300 Menschen getötet, darunter mindestens 41 Soldaten.

Sektenprediger mit 3.000 bewaffneten Anhängern

Huthi ist ein Prediger der Saiditen, einer gemäßigten schiitischen Sekte, die im Nordwesten des Jemen weit verbreitet ist. Im ganzen Land bilden jedoch die Sunniten die Mehrheit. Huthi hatte sich selbst zum "Amir al Muminin" ("Führer der Gläubigen") proklamiert und hält sich mit rund 3000 bewaffneten Anhängern in der Bergregion Maran verschanzt.

Die Regierung betrachtet die Gruppe als aufständische Extremisten und wirft ihr Anschläge auf Regierungseinrichtungen, die Organisation US-feindlicher Kundgebungen sowie Aufhetzung junger Menschen vor. Der Jemen gilt als Rückzugsgebiet von El-Kaida-Anhängern. Die Regierung in Sanaa arbeitet im Anti-Terror-Kampf eng mit den USA zusammen. (APA/AFP)

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