Todd Hamilton stach besser

24. Juli 2004, 19:57
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Golf: Der Amerikaner, der zuvor erst einmal den Cut ge­schafft hatte, gewann die British Open im Stechen gegen Ernie Els

Troon - Außenseiter Todd Hamilton aus den USA hat die 133. British Open Championship der Golfprofis gewonnen. Vor 50.000 Zuschauern auf dem Par-71-Kurs im schottischen Troon besiegte der 38-Jährige den zweifachen US-Opensieger und Weltranglistenzweiten Ernie Els am Sonntag im Stechen am vierten Extraloch mit einem Par-Putt. Das Duo hatte nach vier Runden mit jeweils 274 Schlägen gleichauf gelegen und Masterssieger Phil Mickelson (275/USA) auf Rang drei verwiesen. Hamilton kassierte 1,08 Millionen Euro, Els 644.000 Euro.

Hamilton war bisher nur auf der unterklassigen Asien- und Japan-Tour erfolgreich und hatte sich nur so für das dritte Major des Jahres qualifiziert. Dafür kassierte der Mann aus der 1.500-Seelen-Gemeinde Oquawak/Illinois nach vier Tagen die größte Börse seiner Karriere. Bis dahin hatte Hamilton erst drei Mal bei den British Open gespielt und dabei zwei Mal den Cut verpasst.

Tränen des Sieges...

Als Hamilton zum Zeichen des Sieges den "Claret Jug" (Silberner Rotweinkrug) als Trophäe hoch in den Himmel reckte, flossen die Tränen bei seiner Frau und dem Caddie. "Es war die größte Woche meines Lebens", sagte Hamilton, der erst bei seiner Dankesrede die Emotionen wieder im Griff hatte.

Titelverteidiger Ben Curtis (USA), der 2003 als Debütant ebenso sensationell in Sandwich zu Titelehren gekommen war, hatte in Troon nicht einmal den Cut geschafft. Der Weltranglisten-Erste Tiger Woods (281) landete geschlagen mit einem Abstand von sieben Schlägen auf Platz neun, behielt aber wenigstens Rang eins in der Branchenordnung der weltbesten Golfprofis.

Die Dramaturgie an der Irischen See war bei dem Krimi kaum zu überbieten. Schon nach dem ersten Abschlag von Hamilton war der Vorsprung des Außenseiters auf Els nach einem Bogey am ersten Loch zusammengeschmolzen. Doch unbeirrt zog Hamilton seine Bahn, registrierte cool und konzentriert die Fehler der Konkurrenz und ließ auch die Angriffe von dem Franzosen Thomas Levet und dem Südafrikaner Retief Goosen an sich abgleiten.

Als Woods am schwierigen elften Grün direkt an der Bahnstrecke Prestwick-Glasgow ein Bogey produzierte, konnte sich der Superstar endgültig von seinem neunten Major-Traum verabschieden. Seit Juni 2002 hat Woods kein Major mehr gewonnen. Els verpasste nach vier Runden am 18. Grün mit einem Birdie-Putt die große Chance, zum zweiten Mal nach 2002 die Open zu gewinnen.

...und der Niederlage

Auf den vier Extra-Löchern lagen Hamilton und Els bis zum zweiten Loch gleichauf. Am dritten Extra-Loch aber gelang Hamilton das entscheidende Par, während Els einen Schlag mehr benötigte. Mit der Routine eines "alten Hasen" spielte Hamilton die Partie zu Ende, in der Els nicht mehr kontern konnte und unter Tränen die Niederlage ertrug. (APA/dpa)

Resultat British Open: 1. Todd Hamilton (USA) 274 (71+67+67+69) - 2. Ernie Els (RSA) 274 (69+69+68+68) - Hamilton gewann das Stechen über vier Extralöcher 15:16 - 3. Phil Mickelson (USA) 275 (73+66+68+68) - 4. Lee Westwood (ENG) 278 (72+71+68+67) - 5. Thomas Levet (FRA) 279 (66+70+71+72), Davis Love III (USA) 279 (72+69+71+67) - 7. Retief Goosen (RSA) 280 (69+70+68+73), Scott Verplank (USA) 280 (69+70+70+71) - 9. Mike Weir (USA) 281 (71+68+71+71), Tiger Woods (USA) 281 (70+71+68+72)

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    Todd Hamilton mit dem Zeichen seines Sieges.

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    Caddie Ron Levin musste nach der Entscheidung kurzeitig auch seinen Chef schleppen.

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    Erneut eine Enttäuschung gab's für den Tiger. Woods ist nun seit zwei Jahren bei Majors ohne Sieg.

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