Derwall versus DFB

30. Juli 2004, 13:21
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Früherer Bundestrainer kritisiert Trainer­findungskommission und favorisiert Matthäus

Köln - Der frühere Bundestrainer Jupp Derwall hat massive Kritik am Deutschen Fußball-Bund wegen dessen bisher erfolgloser Bundestrainer-Suche geübt und sich zugleich für Lothar Matthäus als Rudi-Völler-Nachfolger ausgesprochen. "Trainerfindungskommission - schon das Wort ist trostlos. Es gibt im DFB viele gute Leute, die organisieren können. Aber von Fußball haben die keine Ahnung", sagte Derwall in einem Interview mit dem Kölner "Express".

Der EM-Trainer von 1980 monierte nach der Absagen-Flut auch die Einstellung seiner Berufskollegen. "Die Trainer haben kein Herz mehr für die Nationalmannschaft. In den Vereinen werden ihnen Millionen gezahlt. Das Geld hat ihren Charakter verdorben", urteilte Derwall. Und mit der Verpflichtung eines ausländischen Trainers - der Däne Morten Olsen und der Niederländer Guus Hiddink gelten derzeit als aussichtsreiche Kandidaten - würden die Probleme nicht gelöst. Deshalb votiert Derwall für Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus als neuen Bundestrainer. "Lothar Matthäus weiß, was er tut. Und wenn einer sagt, er habe nicht genug Erfahrung, dann kann ich nur lachen. Der Mann hat 150 Länderspiele absolviert. Wie viel mehr Erfahrung braucht man denn?" (APA/dpa)

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    Jupp Derwall

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