Angeklagter im Mordfall Djindjic in Griechenland festgenommen

18. Juli 2004, 11:39
1 Posting

34-Jähriger soll auch bei gescheitertem Attentatsversuch Hauptrolle gespielt haben - War seit 14 Monaten auf der Flucht

Thessaloniki - In der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki ist einer der Hauptangeklagten im Prozess um die Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic am 12. März 2003 festgenommen worden. Wie der Sprecher des griechischen Ministeriums für Öffentliche Ordnung, Lefteris Oikonomou, am Samstag auf Anfrage bekannt gab, handle es sich bei dem Festgenommenen um Dejan Milenkovic.

Er gehört zu den 13 Verdächtigen aus dem Milieu von Kriminellen und serbischen Milizkräften, die im Zusammenhang mit dem Attentat vom 12. März 2003 angeklagt wurden. Milenkovic soll dem so genannten Zemun-Klan angehören. Dieser gilt als die größte kriminelle Vereinigung, die bis zur Festnahme vieler Mitglieder nach dem Attentat auf den Ministerpräsidenten das Geschäft mit Drogen und Prostitution in Serbien kontrollierte.

Milenkovic wird unter anderem beschuldigt, am 21. Februar 2003 bei einem gescheiterten Attentat auf Djindjic die Hauptrolle gespielt zu haben. Der 34-Jährige soll mit einem Lkw mit österreichischem Kennzeichen versucht haben, den Dienstwagen des Ministerpräsidenten, der zum Flughafen unterwegs war, zu rammen. Ein Zusammenstoß konnte vom Fahrer des Wagens des Premiers nur knapp verhindert werden.

Internationaler Haftbefehl

Nach Polizeiangaben ist Milenkovic am späten Freitagabend im Zentrum der griechischen Hafenstadt von Polizeibeamten festgenommen worden. Gegen Milenkovic lag ein internationaler Haftbefehl vor, der als dringend eingestuft war.

Einen Monat lang beschattet

Dejan Milenkovic war 14 Monate auf der Flucht gewesen. Der Verdächtige sei schon einen Monat lang beschattet worden, hieß es.

Der Festgenommene wird vorerst in Griechenland bleiben. Zunächst soll er dem Staatsanwalt der Stadt vorgeführt werden, der seine vorläufige Inhaftierung auf Grund des internationalen Haftbefehls anordnen muss. "Erfahrungsgemäß wird das Auslieferungsverfahren etwa 50 Tage dauern", erläuterte der örtliche Polizeichef in einem Telefongespräch mit der Deutschen Nachrichtenagentur dpa. (APA/dpa)

Share if you care.