Premier soll Häftlinge getötet haben

18. Juli 2004, 21:28
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Allawi soll vor einer Woche sechs Gefangene kaltblütig erschossen haben - Australischer Journalist beruft sich auf Zeugen

Sydney/Bagdad - Ein angesehener australischer Korrespondent hat den irakischen Übergangspremier Ijad Allawi beschuldigt, kürzlich sechs Häftlinge getötet zu haben. Allawi habe eine Woche vor seinem Amtsantritt Ende Juni in einer Bagdader Polizeistation sechs Aufständische mit einer Pistole erschossen, berichtete der Irak-Korrespondent des "Sydney Morning Herald", Paul McGeough, in der Samstagsausgabe der Zeitung. Er berief sich auf zwei Zeugen.

Das Büro des Ministerpräsidenten wies den Bericht zurück. Weder habe der Regierungschef die Polizeistation betreten, noch trage er eine Pistole.

"Den Tod verdient"

Nach Angaben des Korrespondenten, der im vergangenem Jahr für seine Irak-Berichterstattung ausgezeichnet worden war, kam Allawi in die Polizeistation, in der die mutmaßlichen Attentäter festgehalten wurden, und erklärte, jeder von ihnen habe den Tod verdient. Dann habe er seine Pistole gezogen und auf sieben der Häftlinge gefeuert. Sechs starben, einer überlebte schwer verletzt, berichtete McGeough im australischen Fernsehsender ABC.

Allawi habe den anwesenden Polizisten erklärt, so müsse man mit Rebellen umgehen. Neben mehreren irakischen Polizisten sollen auch vier amerikanische Leibwächter des Ministerpräsidenten der Tat beigewohnt haben.

Der US-Botschafter John Negroponte reagierte gegenüber einer Anfrage der Zeitung gelassen: Wenn die US-Botschaft jedem Gerücht nachgehen würde, bliebe keine Zeit für anderes. Für das Pressebüro der Botschaft sei der Fall damit abgeschlossen. (red/APA)

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    Der irakische Premier Allawi soll den Aussagen eines australischen Journalisten zufolge sechs Gefangene kaltblütig erschossen haben - sein Büro weist den Bericht zurück.

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