El Kaida will laut FBI nicht-arabische Terroristen rekrutieren

18. Juli 2004, 21:27
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El Kaida droht Rom mit neuem 11. September - Auf islamistischer Website: "Schmeißt Berlusconi in den Müll"

Dubai/Washington - Das Terrornetzwerk El Kaida will nach Erkenntnissen der US-Bundeskriminalpolizei FBI potenzielle Attentäter künftig auch in nicht-arabischen Kreisen rekrutieren. Das berichteten US-Medien am Samstag unter Berufung auf den wöchentlichen FBI- Informationsbrief an mehr als 18.000 Anti-Terroreinheiten im ganzen Land.

Das Terrornetzwerk suche vor allem Sympathisanten mit amerikanischem Pass oder gültigen Aufenthaltsgenehmigungen, hießt es in dem Brief. Der Minister für Heimatverteidigung, Tom.Ridge, hatte die Bevölkerung vor kurzem zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Geheimdienste haben alarmierende Gespräche zwischen verdächtigten Terroristen aufgefangen, wonach El Kaida noch vor der Präsidentenwahl im November einen Anschlag in den USA plant.

El Kaida droht Rom mit neuem 11. September

Islamisten haben Italien mit einem folgenschweren Anschlag gedroht, falls Ministerpräsident Silvio Berlusconi im Amt bleibt. "Entweder, ihr schmeißt den inkompetenten Berlusconi in den Müll, oder wir werden Italien wahrhaftig verbrennen", hieß es in einer am Freitag auf einer islamistischen Website veröffentlichten Erklärung, hinter der möglicherweise das El-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden steckt. "Wir sind in Italien. Niemand von euch ist sicher", heißt es in dem Text.

Sollten sich die Italiener weigern, auf das Angebot "unseres Scheichs" Bin Laden einzugehen, würden die Drohungen in die Tat umgesetzt. "Ein Blutbad wie der 11. September erwartet euch", hieß es unter Bezug auf die Anschläge in den USA im Jahr 2001 weiter.

Die Erklärung war mit "Abu-Hafs-el-Masri-Brigaden" unterzeichnet. Diese hatten sich unter anderem zu den Anschlägen vom 11. März in Madrid mit 191 Toten und fast 2000 Verletzten bekannt hatten. Die Botschaft sei "keine leere Drohung", hieß es in dem Text. Die Organisation sei in der Lage, Ziele ihrer Wahl mit "nicht-konventionellen" Waffen zu treffen und damit "eine enorme Katastrophe" auszulösen. "Unsere nächste Botschaft wird das sein, was ihr in eurem Land seht, keine Internet-Botschaft." Die Echtheit der Erklärung auf der Website konnte zunächst nicht überprüft werden.

Die Erklärung im Internet nahm auch Bezug auf ein Ultimatum Bin Ladens, in dem der El-Kaida-Anführer die europäischen Staaten aufgefordert hatte, bis zum 15. Juli ihre Truppen aus dem Irak und Afghanistan abzuziehen. Italien hat im Irak nach wie vor Truppen zur Unterstützung der US-geführten multinationalen Streitkräfte stationiert. (APA/dpa/red)

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