Al-Zarqawi-Gruppe bekennt sich zu Anschlag auf Minister

18. Juli 2004, 21:28
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Mindestens vier Tote - Anschlag in Mahmudiya mit fünf Toten

Bagdad - Die Gruppe des Moslem-Extremisten Abu Musab al-Zarqawi hat sich am Samstag zu dem Bombenanschlag auf den irakischen Justizminister bekannt.

Auf einer im Internet veröffentlichten Erklärung hieß es, ein freiwilliges Mitglied der Märtyrer-Brigaden habe den Anschlag gegen den "abtrünnigen Verräter" ausgeführt. Die Gruppe "Jama'at al-Tawhid wa al-Jihad" (Gruppe für Ein-Gott-Glaube und Heiligen Krieg) soll Verbindungen zur El-Kaida Osama bin Ladens haben.

Die Echtheit der Erklärung konnte zunächst nicht bestätigt werden. Die Gruppe hatte sich jedoch im Internet bereits zu mehreren Anschlägen bekannt.

Der oder die Attentäter hätten den im Auto angebrachten Sprengsatz in der irakischen Hauptstadt gezündet, als die Wagenkolonne al-Hassans vorbeigefahren sei, teilte die Polizei mit.

Vier Tote nach Bombenanschlag

Bei dem Bombenanschlag auf den Autokonvoi des irakischen Justizministers Malek Dohan al Hassan in Bagdad sind Samstag Früh nach Angaben der Polizei und des US-Militärs mindestens vier Personen getötet worden. Der Minister selbst sei unverletzt geblieben. Bei einem weiteren Anschlag in Mahmudiya starben nach Polizeiangaben fünf Menschen.

Augenzeugen sprachen von einer gewaltigen Explosion, als der Ministerkonvoi durch die Arabiya-Straße im Zentrum von Bagdad fuhr. Fernsehbilder zeigten einen ausgebrannten Geländewagen und mehrere beschädigte Fahrzeuge. Der Minister selbst erschien eineinhalb Stunden nach dem Anschlag in seinem Büro, sagte der Sprecher.

Mindestens acht Verletzte

Krankenhausärzte berichteten, mindestens acht Personen seien bei dem Anschlag verletzt worden. Ein Verletzter berichtete, er habe gerade Malerarbeiten ausgeführt, als es knallte. Danach seien die Glassplitter umher geschwirrt, die die unbeteiligten Menschen verletzten. Die Explosion am Samstagmorgen war so stark, dass der Knall weithin in der Stadt zu hören war. Ein Sprecher der US-Armee sagte: "Dies ist ein Terrorakt von Leuten, die nicht wollen, dass sich das Land nach vorne bewegt."

Fünf Tote in Mahumdiya

Bei der Explosion einer Autobombe vor dem Hauptquartier der irakischen Nationalgarde in Mahmudiya sind Samstag Früh fünf Menschen getötet worden. Zwölf weitere Personen wurden verletzt, bestätigte ein Polizeibeamter in der Kleinstadt 30 Kilometer südlich von Bagdad. Unter den Opfern seien sowohl Nationalgardisten als auch Zivilisten, fügte er hinzu. Zum Zeitpunkt des Anschlags hielten sich zahlreiche Iraker vor dem Gebäude auf, um sich für einen Posten in der Nationalgarde zu bewerben.

Am Donnerstag starb der Chef des Sicherheitsdienstes des irakischen Außenministeriums, Idris Karim Ramadan, bei einem Anschlag auf seinen Autokonvoi. Am Mittwoch war der Gouverneur der nordirakischen Stadt Mossul, Osama Kashmula, auf dem Weg in die irakische Hauptstadt gezielt getötet worden. Die Gruppe des mutmaßlichen Terroristenführers Abu Mussab al Zarkawi übernahm am Donnerstag die Verantwortung für seinen Tod. Ebenfalls am Mittwoch war eine Autobombe in Bagdad in der Nähe der so genannten Grünen Zone explodiert, in dem die Regierungsgebäude und die US-Botschaft liegen. Dabei waren elf Personen getötet worden. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein US-Soldat fotografiert den Ort des Anschlags und die Umgebung.

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