Russland: Kein Geld, um alte Chemiewaffen zu entsorgen

17. Juli 2004, 11:30
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Weiterhin Gefahr, dass gefährliche Chemikalien in die Umwelt gelangen

Moskau - Wegen Geldmangel schafft es Russland nicht, 8.000 Tonnen Chemiewaffen fristgemäß bis 2007 zu zerstören. Die Nachrichtenagentur Interfax zitierte am Freitag den Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses, Viktor Osserow, mit den Worten, fehlende Mittel würden den Bau von Verschrottungsanlagen verzögern. Es bestehe die Gefahr, dass deswegen gefährliche Chemikalien in die Umwelt gelangten.

"Bis heute sind weniger als 50 Prozent der Haushaltsmittel für die Zerstörung der Waffen zusammengekommen", sagte Osserow. Die russischen Streitkräfte verfügen noch über rund 33.000 schrottreife Chemiewaffen, die "dringend unschädlich gemacht werden müssen", so der Ausschussvorsitzende, der für das Gremium eine Untersuchung durchführte. Bisher habe jedoch erst eine Verschrottungsfabrik nahe der Stadt Saratow in Betrieb gehen können. Fünf weitere geplante Anlagen würden wahrscheinlich nicht fertig gestellt.

1997 verpflichtete sich Moskau selbst, seine 40.000 Tonnen Chemiewaffen binnen zehn Jahren abzubauen. 2001 erweiterte der Kreml die Frist bis 2012.(APA/AP)

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