"Olympische Spiele schaden der Umwelt"

23. Juli 2004, 11:54
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WWF kritisiert Zerschneidung von Naturgebieten im Großraum Athen

Genf/Athen - Die Olympischen Spiele in Athen fügen der Umwelt einen "ernsten und nicht wieder gut zu machenden Schaden" zu. Das erklärte am Freitag die Umweltschutzorganisation WWF bei der Vorlage eines zwanzigseitigen Berichts in der griechischen Hauptstadt.

Der WWF hat die Spiele 2004 auf ihre Umweltverträglichkeit hin untersucht und auf einer Skala von 0 (sehr enttäuschend) bis 4 (sehr positiv) mit nur 0,77 Punkten bewertet. Überprüft wurden unter anderem die Anstrengungen zum Müllrecycling, zum sparsamen Wasserverbrauch, zur Nutzung umweltfreundlicher Energien und des öffentlichen Transportsystems sowie zum Schutz natürlicher Lebensräume. Der WWF nahm seine Beurteilung anhand der Richtlinien für "saubere und grüne" Spiele von Sydney 2000 vor.

Besonders kritisierten die Umweltschützer den Bau des Ruder- und Kanuzentrums in den Schinias-Auen. Wichtige Naturgebiete seien nun von Straßen und Sportanlagen zerschnitten. Den griechischen Organisatoren warfen sie vor, den Themen Wassersparen, Recycling und umweltfreundliche Energie kaum Beachtung geschenkt zu haben.

Der WWF kritisierte auch das Internationale Olympische Komitee (IOC), das sich zwar zu ökologischen Grundsätzen bekenne, diese hätten aber bei der Planung der Spiele keine Priorität gehabt.

Eine IOC-Sprecherin wies die Kritik zurück. Von den Organisatoren in Athen gab es zunächst keine Stellungnahme.(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17./18 7. 2004)

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