Kampfhund fiel Siebenjährige an

16. Juli 2004, 20:13
posten

Zwei Schwerverletzte nach Hundeattacke - Das Tier soll laut Polizei durch Beißtraining aggressiv gemacht worden sein

Vom eigenen Hund wurden in Leoben eine 20-Jährige und ihre siebenjährige Stiefschwester angefallen und schwer verletzt. Das Tier soll laut Polizei durch Beißtraining aggressiv gemacht worden sein. Laut jüngsten Zahlen müssen über 6000 Personen nach Hundeattacken ins Spital.
***

Graz/Wien - Selbst als sich seine Opfer in ein Auto gerettet hatten, ließ der American Staffordshire Terrier nicht ab. Er verbiss sich in die Stoßstange und den Autoreifen und versuchte in den Innenraum des Fahrzeuges zu gelangen. Erst ein Polizist konnte das Tier, das am Donnerstagabend in Leoben ein siebenjähriges Mädchen und seine 20 Jahre alte Stiefschwester schwer verletzte, fangen.

Die 20-Jährige war mit dem Hund ihres Lebensgefährten und dem Mädchen spazieren gewesen, als der offenbar nicht angeleinte Terrier das Kind biss und ihm schwere Verletzungen im Gesicht und am Oberarm zufügte. Durch die Schreie und Fluchtversuche des Kindes wurde er immer aggressiver und attackierte schließlich auch sein zu Hilfe kommendes Frauerl, ehe die beiden von einer Zeugin in deren Auto gezerrt wurden.

Während die beiden Opfer im Krankenhaus Leoben stationär behandelt werden mussten, wurde das Tier eingeschläfert - mit Einverständnis des 23-jährigen Besitzers. Der Mann wird aber "auf jeden Fall belangt werden", kündigte Harald Pettenhofer von der Leobener Polizei an. Denn der 23-Jährige habe gewusst, dass diese Hunderasse "bedenklich" sei und soll angeblich auch "Beißtraining zur Aggressionsförderung" mit dem Tier durchgeführt haben.

Verletzungen durch Hundebisse, die zu einem Krankenhausbesuch führen, sind gar nicht so selten. Im Jahr 2002, aus dem die jüngsten Daten stammen, mussten rund 6200 Personen nach Hundeattacken ins Spital, berichtet das Institut "Sicher Leben". Das bedeutet einen dramatischen Anstieg zu den Jahren zuvor, waren doch 3000 bis 4000 Spitalbesuche der Schnitt. Über die Gründe der Steigerung wird noch gerätselt.

Die gesetzlichen Bestimmungen, welche Tiere von wem gehalten werden dürfen, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In Tirol existiert eine Liste bestimmter Hunderassen, für die eine Bewilligung des Bürgermeisters notwendig ist. In Oberösterreich ist dagegen ein "allgemeiner Sachkundenachweis" seit einem Jahr für alle neuen Hundebesitzer vorgeschrieben, ist das Tier schon einmal durch Attacken aufgefallen, ist eine erweiterte Prüfung nachzuweisen. (moe)

Share if you care.