Leserstimmen zu "Homophob"

von Redaktion  |  20. Juli 2004, 12:51

Unerträgliche Heuchler - Betrifft: Leser-Empörung über Hans Rauschers Kolumne - ein Nachtrag

Vielen Dank für Ihre klaren Worte. Die Heuchelei der katholischen Kirche insbesondere in Fragen Homosexualität wird allerdings noch unerträglicher, wenn man, wie ich, viele homosexuelle Bekannte in diversen Ländern hat und dadurch doch einen ziemlich guten Einblick erhält. In der Szene weltweit gilt nämlich der Beruf des katholischen Priesters inzwischen als klassischer Schwulenberuf. Kaum einer meiner homosexuellen Freunde hatte noch nichts mit einem Priester - und die Probleme der Partner sind fast noch schmerzlicher und quälender als die der Partnerinnen von Priestern. Denn Homosexualität ist ja laut Kirche auch noch eine Todsünde.

Daneben stellt sich für mich als Frau die Frage, ob der Ausschluss von Frauen aus dem Priestertum bei den Katholiken nicht im Grunde jenseits allgemeiner Frauenfeindlichkeit ganz bizarr-banale Gründe haben könnte: Da ich nicht annehme, dass mich meine Freunde seit Jahren belügen, würde die weit verbreitete (und praktizierte) Homosexualität von katholischen Priestern sofort auffliegen, wenn bereits die Priesterseminare gemischt-geschlechtlich geführt würden. Der katholischen Kirche würden ihre eigenen Lehren ganz gewaltig um die Ohren fliegen!

Und noch etwas: So weit ich feststellen konnte, geht es bei den kirchlichen Pädophilieskandalen meistens ausschließlich um Knaben. Es ist also hauptsächlich homosexuelle Pädophilie, während ja ansonsten in unserer Gesellschaft heterosexuelle Pädophilie die Norm ist. Grauslich und kriminell ist beides, aber es wäre schön, wenn die Zeitungen das Geschlecht der Opfer klarer herausarbeiten würden, gerade, weil es um die katholische Kirche geht. Brigitte Schön, via Internet

(DER STANDARD Printausgabe 17/18.7.2004)

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17 Postings
sebastian toifl 
20.07.2004 00:27
eintopf nein danke

schönborn, der untadelige reaktionär, wird leuchten, und die schwulen werden einen hohen preis dafür zahlen, dass wegen einer undiskutablen person wie krenn die missverständnisse und ressentiments aus anno schnee in einem topf hochgekocht werden dürfen.

herr rauscher, was sie in ihrem ersten artikel und dem zweiten, der alles verschlimmbessert hat, geschrieben haben, ist eine herbe enttäuschung und unverzeihlich. in falter-kategorien: dolm der woche.

scrubby *****
19.07.2004 12:23
wann findet dieser schwachsinn eigentlich sein ende?

leute, die von zahlreichen homosexuellen freunden in diversen ländern berichten, sind mir sowieso suspekt.

Ich selbst lebe homosexuell, und kenne daher fast zwangsweise zahlreiche homosexuelle aus dem inland und ein paar aus dem eu-ausland, und zwei aus usa.
Aber das priesteramt so über den kamm zu scheren, und als DEN schwulenberuf zu bezeichnen würde ich mich nicht sagen trauen. Zumindest kenne ich keinen einzigen priester, und mein freund kennt auch keinen (zumindest nicht bewusst).
Genauso könnte man dies über krankenpfleger, sozialhelfer, lehrer, psychologen, verkäufer, bauarbeiter, schneider u weitere berufsgruppen behaupten.

Ich bin klug
18.07.2004 21:38
Ich empfehle, nur Personen mit einer gewissen Mindestbildung oder Fachkenntnis schreiben zu lassen.

Der Informationsgehalt dieses Artikels und sein Stil passt nicht einmal in eine Mittelschule. Und so mancher Hauptschueler kann hier mithalten.

franziscus franz
19.07.2004 11:45
... aus einem punkte zu kurieren

der artikel trifft zum teil den nagel auf den kopf. es ist die frauenfeindlichkeit der katholischen, die gewaltige probleme schafft.

ja, es ist der katholischen kirche weh und ach so tausenfach aus einem punkte zu kurieren.

und dieser punkt ist ihre frauenfeindlichkeit

Brigitte Schoen
19.07.2004 01:05

Danke für die Blumen! Ich hüte mein Sonderschulzeugnis in der Tat wie einen Augapfel..!

http://www.lsbk.ch/articles/... nblatt.asp

scrubby *****
19.07.2004 12:31
auch matura und studium schützen nicht vor dummheit

vielleicht wäre ein publizistikstudium anzuraten?
Da lernen sie wenigstens zwischen smalltalk und fakts zu unterscheiden...

E. Pagliacchi
19.07.2004 10:41
S.g. Fr. Schön

Im besagten Artikel steht:

"Die Ächtung von Homosexualität hatte zunächst einen ganz simplen Grund: Paulus wollte, dass sich die christlichen Gemeinschaften von den Heiden deutlich absetzen. So unterstreicht er ausdrücklich, dass die unter Römern und Griechen geduldete Knabenliebe ein schweres Verbrechen sei."

Aber was genau an der "Knabenliebe" galt Paulus als schweres Verbrechen? Die Homosexualität oder die Pädophilie?

skip it
19.07.2004 15:10
nun,...

...nach der wortwahl: beides.

Ich bin klug
18.07.2004 21:34
So ein Mist!

Paedophilie ist ein Verbrechen des Kopfes. Machtdenken, Personenkult, Minderwertigkeit... Hier liegen die Wurzeln. Nicht im Sex, nicht in den Trieben und selbst Kastrationen konnten nicht helfen!
Ja, Priester treibens oefter mit Buben: In Maedchenheimen gibt es keine Priester als verantwortliche Erzieher. Auch ist es undenkbar, dass ein Priester eine Ministrantin zu sich holt... Die Pfarrgemeinde laesst Priester nicht mit Frauen allein, ohne dass sofort die Geruechte brodeln. Priester haben keinen Zugang zu Maechen. Ad klassischer Schwulenberuf: Von den vier Nachbarpfarren gab es in zwei Priester mit offenen Beziehungen zu Frauen, einer wurde zweifacher Vater (und blieb Priester). Im nahen Stift gab es zwei Austritte wegen Frauenbeziehungn

packe lei
17.07.2004 22:12

dieser artikel ist ein hohn. "bekannte haben mir erzählt"... aha. und daß sich die kirche ihr vermögen sichert und mit dem zölibat das erbrecht umgehen will, ist eigentlich auch klar. nicht klar ist, daß die amtskirche prinzipiell sex als schmutzig erachtet. sie will aber wohl die gläubigen unterdrücken und ihnen sowas einreden. selbst findet sie es ganz und gar nicht "schmutzig", sich sexuell zu betätigen. und daß sie andere diskriminiert (etwa homosexuelle, frauen, wiederverheiratete paare) treibt ja schon lange viele zum austritt.

Benutzer Name
17.07.2004 09:33
"Zoelibat"


Das "Zoelibat" wurde von der Kirche in einer Zeit eingeführt, als Priester Familien hatten. Die Kirchen wollten sich so das Erbe von diesen oft aus betuchten Familien stammenden Männern sichern. Kurz sanktionierte Erbschleicherei. "Zoeibat" kommt von "celebe", unverheiratet. Es war ursprünglich keine Rede von "kein Sex", sondern nur "keine Heirat".

Und Priester haben nicht nur mit Männern Sex, sie treibens auch mit Frauen, was oft genug in die öffentlichkeit kommt.

Mario Rehulka
17.07.2004 07:24
Ich halte es für möglich, daß die mutmaßlichen Täter gar nicht SCHWUL sind.

Man erinnere sich an den Text des Schul-Biologiebuchs der 80er zum Thema (Homo-)Sexualität: dort wurde dem wissbegierigen Gymnasiasten nämlich beigebracht, daß homosexuelle Handlungen auch bei heterosexuellen Männern vorkommen und zwar wenn sich diese längere Zeit in nur unter Männern aufhalten (womöglich noch auf engstem Raum) wie z.B. auf Schiffen und in Gefängnisse. Ich bin der Meinung, die Verfasser des Schulbuches sollten diese Aufzählung um "Priesterseminare" erweitern. Für mich klingt es also logisch, daß sich in einem Priesterseminar homosexuelle Handlungen zeigen (müssen), auch wenn es dort gar nicht einmal soviele "echte" Schwule gibt. Im übrigen glaube ich nicht, daß der Priesterberuf Schwule anzieht, denen ist es dort zu streng.

Conrad Meyer
17.07.2004 00:41
Absurd!

Rauschers Worte belegen am besten das schwulenfeindliche Klima in Österreich. Es ist so absurd, wie ob man schreiben würde, an den Mädchenmördern in Belgien seien die Heteros schuld.

Grillparzer
16.07.2004 22:15
Voll daneben, Madame!

Auch ich hör' die Eiswürfel im Cocktailglas gern klimpern, aber Party-Smalltalk bringt hier absolut nix. Und der Zölibat wurde nicht primär eingeführt, um Frauen fernzuhalten, sondern um dem Priesterberuf ständig frisches Blut zuzuführen. Zu abschreckend waren der geistige Verfall und der Nepotismus der Priesterkasten, die sich gebildet hatten -- und heute noch bilden, was Ihnen jede Bekanntschaft mit Pastorenfamilien vor Augen führen wird; bei Deutschlands Protestanten ist das ein mittlerweile offen besprochenes Problem.
Ich habe ein komplettes Jesuitengymnasium absolviert und dort keinen einzigen schwulen Lehrer oder Seelsorger gesehen. Sie waren härter, aber auch menschlicher als die meisten weltlichen Pädagogen. Mit einem Wort: besser.

Achilles pseudonym
17.07.2004 16:03
also ich habe gelernt....

also ich habe das religionsunterricht so gelernt. da laut kirche, sex ja was dreckiges ist, sollte man sich vor einer messe ned schmutzig machen.... tja, und irgendwann is dann die tägliche messe eingeführt worden, und somit gibt es auch das ganze jahr keinen sex mehr, ergo zölibat.

El Nino (der Schakal)
17.07.2004 10:16
...

ich würde in solchen "häuser" regelmässige psychologische kontrollen der "bewohner" vornehmen.
solange diese "bewohner" ihre "bubendummheiten" unter sich belassen, ist grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden. böse wird es, wenn durch diverse praktiken bzw. downloads die schändung unschuldiger kinder gefördert wird. unserem herrn bischoff krenn dagegen ist sicherlich keine schuld an dieser sache zu geben. er ist ein guter weltoffener mensch, der als einziger immer zu einer stellungnahme bereit ist - im gegensatz zu allen anderen (speziell schönborn) und ausserdem unser sportbischoff.

Sans Souci
16.07.2004 21:40
zum kotzen!

ich bin schwul und hatte noch keinen sex mit einem priester, so wie mein gesamter freundeskreis noch keinen hatte!

diese diskussion ist ja mittlerweile absolut lächerlich! reicht mittlerweile hörensagen, um sich mit derartigen unsinnigkeiten präsentieren zu dürfen?

ich war 8 jahre in einem katholischen internat (schwul war ich schon vorher!!!) und von 40 pater waren 2 schwul! unser erzieher (selbst mitglied des konvents) war eine alte plaudertasche, daher wussten wir so ziemlich alles was abgeht.

warum die homosexualität durch frauen auffliegen sollte ist mir ein absolutes rätsel! sie dürfen ja weder mit frauen noch mit männern sex haben, also warum sollten es frauen bemerken, wenn heteropriester es auch nicht merken?

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