Euro steigt wieder über 1,24 Dollar

18. Juli 2004, 18:24
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Investoren aus dem Ausland halten sich in den USA zurück - Inflation in der Kernrate unter Erwartungen

Frankfurt - Der Kurs des Euro ist am Freitag deutlich gestiegen und hat wieder die Marke von 1,24 US-Dollar überschritten. Bis zum späten Nachmittag kletterte der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung bis auf 1,2446 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2353 (Donnerstag: 1,2374) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8095 (0,8081) Euro.

Gesunkene Kapitalzuflüsse in den USA

"Die im Mai deutlich gesunkenen Kapitalzuflüsse in die USA haben den Dollar belastet", sagte Carsten Fritsch, Devisenexperte von der Commerzbank. Die USA seien auf Grund ihrer hohen Defizite im Außenhandel auf hohe Kapitalzuflüsse angewiesen. Der Nettozufluss ausländischen Kapitals in die USA war im Mai auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2003 gefallen. Der Zufluss fiel von revidierten 76,0 Milliarden Dollar im April auf 56,4 Milliarden Dollar.

Auch die niedriger als erwartet ausgefallene Kerninflationsrate habe den Dollar belastet, sagte Fritsch. Die Kernrate ohne Berücksichtigung von Lebensmittel- und Energiepreisen stieg zum Vormonat um 0,1 Prozent. Die Experten hatten im Durchschnitt einen Anstieg von 0,2 Prozent erwartet. Mit den jüngsten Daten dürfte die Fed sich darin bestärkt sehen, die Leitzinsen nur in kleinen Schritten anzuheben. Höhere Zinsen würden den Dollar zu anderen Währungen attraktiver machen. Auch die enttäuschend ausgefallenen Daten der Universität Michigan zur Verbraucherzuversicht deuteten in diese Richtung, hieß es.

Referenzkurse

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6645 (0,6677) britische Pfund, 135,37 (134,98) japanische Yen und 1,5271 (1,5264) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 403,70 (403,15) Dollar notiert. Der Kilobarren kostete 10.520 Euro nach 10.510 Euro am Vortag. (APA/dpa)

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