Kolportiert: Drei Niederösterreicher nach Wien

18. Juli 2004, 11:11
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Die ÖVP-Niederösterreich mach keinen Hehl daraus, dass sie die besten Leute für das Außenamt hätte

VP-Außenministerin Benita Ferrero-Waldner hat beste Chancen, österreichische Kommissarin zu werden. Für sie spricht, dass EU-Kommissionschef José Baroso nach Frauen sucht. Bislang galt VP-Innenminister Ernst Strasser als ihr möglicher Nachfolger. Jetzt hat er das auch öffentlich ausgeschlossen. Strassers Entscheidung ist nachvollziehbar: Die Bedeutung des Außenamts ist seit EU-Beitritt und besonders unter Kanzler Wolfgang Schüssel deutlich geschrumpft. Wichtige Termine und Entscheidungen nimmt der Kanzler selbst wahr. "Er ist der heimliche Außen- und Europaminister. Wer immer das Außenamt führt, ist nicht viel mehr als ein besserer Frühstücksdirektor", sagt ein hochrangiger ÖVP-Funktionär.

Auch wenn Strasser nicht ins Außenressort wechselt, macht die ÖVP- Niederösterreich keinen Hehl daraus, dass sie das beste Personalangebot dafür hätte. Gleich zwei Kandidaten wurden in Stellung gebracht: der außenpolitische Sprecher Michael Spindelegger und NÖ-Landesrätin Johanna Mikl- Leitner, derzeit für Erweiterung zuständig. Nach der internen Regierungslogik sitzt Ferrero auf einem "Salzburgticket", gleichzeitig ist sie als Badnerin auch Wahlniederösterreicherin. Da die Salzburger aber Wahlen und Einfluss verloren haben, machen nun die Niederösterreicher ihren Anspruch geltend. "Wir wollen stärker werden", sagt ein Vorstandsmitglied aus St. Pölten unverholen. Neben Umweltminister Josef Pröll und Strasser säße dann ein dritter Niederösterreicher in der Regierung. (DER STANDARD, Printausgabe, 17./18.7.2004)

Von Barbara Tóth
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