EU billigt Sony/BMG-Fusion

20. Juli 2004, 09:40
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Laut Bertelsmann gibt es keine Auflagen für den Zusammenschluss - Weltweit zweitgrößter Musikkonzern entsteht

Gütersloh/Hamburg - Der Weg für die Fusion der Musikkonzerne BMG und Sony Music ist frei. Die EU-Kommission billigte den Zusammenschluss ohne Auflagen, wie der BMG-Mutterkonzern Bertelsmann am Montagabend mitteilte.

Sony BMG würde direkt zum Marktführer Universal Music aufschließen. "Wir werden jetzt die Transaktion abschließen und uns auf die erfolgreiche Integration der beiden Unternehmen konzentrieren", sagte BMG-Chef Rolf Schmidt-Holtz.

Die Brüsseler Wettbewerbshüter will ihre Entscheidung darüber offiziell am Donnerstag bekannt geben. Als nächstes muss nun die US-Kartellbehörde die Fusion von BMG und Sony Music gutheißen; Beobachter rechnen mit einer relativ zeitnahen Entscheidung.

Elefantenhochzeit

Sony und Bertelsmann hatten die Elefantenhochzeit bereits im Dezember vergangenen Jahres angekündigt. Das neue Unternehmen mit Hauptsitz in New York soll Sony BMG heißen und zu je 50 Prozent im Besitz beider Konzerne sein.

Mit einem Umsatz von rund vier Milliarden Euro wäre Sony BMG die Nummer zwei auf dem Weltmarkt hinter Marktführer Universal Music. Bei Sony sind Künstler wie Anastacia, Jennifer Lopez und David Bowie unter Vertrag, bei BMG unter anderem Dido und Britney Spears.

Die EU-Kommission hatte zunächst befürchtet, dass die dadurch entstehende Konzentration den Verbrauchern schaden könnte, weil eine kollektive Dominanz entstehen oder verstärkt werden könnte.

Nach Erkenntnissen der Brüsseler Behörde würden mit dem Zusammenschluss nur vier Konkurrenten 80 Prozent des europäischen Marktes unter sich aufteilen. (APA/dpa/AP)

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