Tschechiens Präsident ortet Nähe zu "kommunistischer Propaganda"

29. Juli 2004, 12:01
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Hobby-Filmkritiker Klaus: Doku sei "nicht beachtenswert" und biete "filmtechnisch nichts Originelles"

Prag - Der tschechische Präsident Vaclav Klaus hat Michael Moores neuen Dokumentarfilm "Fahrenheit 9/11" in die Nähe kommunistischer Propaganda gerückt und der Jury des Festivals von Cannes "Anti-Amerikanismus" vorgeworfen. Die Dokumentation von Michael Moore sei "nicht beachtenswert", biete "filmtechnisch nichts Originelles" und "trivialisiere auf unglaubliche Weise" das Geschehen um den Irak, kritisierte das 63-jährige Staatsoberhaupt in einem Beitrag für die konservative Prager Zeitung "Lidove noviny".

Dass der Film die Goldene Palme von Cannes erhalten habe, sei "unverständlich", unterstrich der Präsident. Für die Entscheidung der Jury habe er keine Erklärung außer "klassischem europäischen Kultur-Anti-Amerikanismus." Im Gegensatz zur Jury habe er, der kommunistische Propaganda erlebt habe, die "Tricks" von Moore durchschaut.

Er habe leider "das Pech gehabt", den Film während des Festivals der westböhmischen Stadt Karlovy Vary (Karlsbad) in der vergangenen Woche zu sehen, schrieb Klaus: "Ich wollte während der Vorstellung zwei Mal das Kino verlassen." Der gegen den amtierenden US-Präsidenten George W. Bush gerichtete "Fahrenheit 9/11" läuft am 6. August in Deutschland an.(APA/dpa)

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