20. Juli 1944

23. Juli 2004, 10:04
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Berlin - Vor 60 Jahren, am 20. Juli 1944, wagte eine Gruppe von Wehrmachtsoffizieren ein Attentat auf Adolf Hitler, das als zentrales Ereignis des Widerstands gegen den Nationalsozialismus gilt und der letzte Versuch war, den verbrecherischen Krieg und die Gewaltherrschaft in Deutschland von innen her zu beenden.

Der 36-jährige Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg legte an diesem Tag bei einer Besprechung in Hitlers ostpreußischem Hauptquartier "Wolfsschanze" eine Aktenmappe mit einem Sprengsatz am Kartentisch ab. Die Explosion verletzte die meisten Teilnehmer, doch der Diktator kam mit ein paar Kratzern davon.

Der nach Berlin zurückgeeilte Stauffenberg meldete seinen Mitverschwörern den Tod Hitlers. Meist unwissende Truppenverbände wurden in Berlin, Paris, Wien und Prag in Marsch gesetzt, um SS- und hitlertreue Wehrmachtsverbände in Schach zu halten. Die Radiomeldung vom Überleben des "Führers" aber ließ den Umsturzversuch binnen Stunden zusammenbrechen.

Verhaftungsaktion "Gewitter"

Noch am Abend des 20. Juli wurden Stauffenberg und seine engsten Mitarbeiter im Hof des Allgemeinen Heeresamtes im Berliner Bendlerblock - ihrem Arbeitsort - erschossen. Am nächsten Tag startete die Gestapo die Verhaftungsaktion "Gewitter". Tausende Regimegegner wurden in Gefängnisse und Konzentrationslager gebracht. Die meisten Oppositionellen starben am Galgen oder wurden erschossen. Die genaue Zahl der Ermordeten ist unbekannt.

Zu den Opfern zählten neben Dutzenden Offizieren wie Stauffenberg und dem ehemaligen Generalstabschef Ludwig Beck auch viele Zivilisten, die für die Übernahme der Regierung nach dem Putsch bereitstanden. Führender Kopf war Helmuth James Graf von Moltke, der allerdings bereits im Jänner von der SS festgenommen worden war. Als Regierungschef war der ehemalige Leipziger Bürgermeister Carl Goerdeler vorgesehen. (APA/AP)

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