Gaudio ist der Gejagte

23. Juli 2005, 19:17
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Massu, Zabaleta und die Spanier gelten als erste Herausforderer ders French Open-Siegers - Jürgen Melzer hofft auf ersten Sieg in Tirol

Kitzbühel - Gaston Gaudio, der heuer mit dem Triumph bei den French Open in Paris im denkwürdigen Marathon-Finale gegen seinen Landsmann Guillermo Coria den mit Abstand größten Erfolg seiner Karriere verzeichnet hat, gilt in der kommenden Woche bei den mit einer Million Dollar (800.000 Euro) dotierten Generali open in Kitzbühel als erster Anwärter auf die Siegprämie von 137.100 Euro.

Der 25-jährige Argentinier, derzeit die Nummer elf der Entry list, ist zwar hinter Rainer Schüttler (8) nur als Nummer zwei gesetzt, doch derzeit auf Sand erheblich stärker als der Deutsche, der bei den diesjährigen French Open (1. Runde) und in dieser Woche in Stuttgart (2. Runde) jeweils frühzeitig gescheitert ist. Österreichs Hoffnungen ruhen in erster Linie auf Jürgen Melzer, der in Kitzbühel als Nummer 13 erstmals gesetzt ist, und Stefan Koubek.

Zu Gaudios größten Rivalen zählen aber nicht die ÖTV-Spieler, sondern der als Nummer drei gesetzte Chilene Nicolas Massu, der im Vorjahresfinale gegen seinen Landsmann Guillermo Coria verloren hat, und der Argentinier Mariano Zabaleta, der erst am Montag in Baastad durch einen 6:1,4:6,7:6-Finalerfolg über Gaudio sein drittes ATP-Turnier gewonnen hat. Interesse verdient auch der erste Kitzbühel-Auftritt des Deutschen Florian Mayer, der zuletzt in Wimbledon mit dem Einzug ins Viertelfinale überrascht hat.

Nicht unterschätzen darf man natürlich die auf Sand stets gefährlichen Spanier, die viele Jahre den Ton angegeben haben. Auch wenn der dreifache Kitzbühel-Sieger Albert Costa (1995, 1998, 1999) bereits in die Jahre gekommen und die frühere Nummer sechs in der Weltrangliste auf Rang 52 abgerutscht ist, zählt der 29-jährige Routinier noch lange nicht zum alten Eisen. Der French Open-Sieger von 2002 hat dies erst am Donnerstag in Stuttgart mit seinem 7:5,7:6-Achtelfinalsieg über Zabaleta demonstriert.

Melzer ist als Nummer 60 derzeit Österreichs einziger Top 100-Spieler, doch geht der Niederösterreicher "mit gemischten Gefühlen" an den Start. Schließlich hat er in Kitzbühel noch kein einziges Single im Hauptbewerb gewonnen. Er hofft natürlich, beim größten heimischen Freiluftturnier diese Serie beenden zu können. Dass er dazu in der Lage ist, hat er ja erst heuer mit seinem Halbfinal-Einzug in St. Pölten gezeigt.

Koubek ist zwar derzeit nur auf Position 101 zu finden, hat aber in Tirol schon wiederholt seine Fähigkeiten demonstriert. Ein Einzug ins Halbfinale (1999) und zwei Viertelfinali (1997, 2001) können sich jedenfalls sehen lassen. Im Vorjahr ist der Kärntner allerdings durch eine Dreisatzniederlage gegen Massu ebenso wie Melzer (gegen den tschechischen Qualifikanten Cermak) gleich in der Startrunde gescheitert.

Bester Österreicher im Vorjahr war Werner Eschauer, der bis ins Achtelfinale (Niederlage gegen Gaudio) vorgestoßen ist und am Freitag die letzte Wild-Card für den Hauptbewerb bekommen hat. Alex Peya, der zuletzt auf Sand-Nebenfronten erfolgreiche ÖTV-Meister Thomas Schiessling sowie Johannes Ager ergänzen die Riege der heimischen Vertreter, die eventuell noch durch einen Qualifikanten (Daniel Köllerer, Oliver Marach) aufgestockt werden könnte.

Dass heuer das Feld nicht so stark ist wie gewohnt, hängt zum Teil mit den Olympischen Spielen zusammen. Da in Athen auf Hartplatz gespielt wird, passt manchen Spitzenleuten das Sandturnier in Kitzbühel offenbar nicht ins Konzept.(APA)

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