Durchfallerquote bei Wiener Medizinstudium leicht gestiegen

23. Juli 2004, 16:19
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Hochrechnung: Rund 80 Studierende können wegen der Beschränkung der Studienplätze nicht in den zweiten Abschnitt überwechseln

Wien - Im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen ist die Durchfallerquote bei der für den Aufstieg in den zweiten Studienabschnitt nötigen so genannten "Summativ integrierten Prüfung 1" (SIP 1) an der Medizinischen Universität Wien (MUW). Im Jahr 2003 schafften 25,3 Prozent die Prüfung beim ersten Antritt, heuer waren es nur 22,4 Prozent. Trotzdem dürften nach einer Hochrechnung der MUW im kommenden Herbst auf Grund der Beschränkung auf 600 Studienplätze rund 80 Studenten, die den ersten Abschnitt positiv absolviert haben, nicht in den zweiten Abschnitt überwechseln.

Von den 1.143 erstmals angetretenen Studenten des Anfänger-Jahrgangs 2003/04 haben 256 den aufwändigen Multiple-Choice-Test in allen neun Blöcken positiv absolviert und können damit in den für sie mit dem dritten Semester beginnenen zweiten Studienabschnitt aufsteigen. 132 weitere waren nur in einem Block negativ und müssen beim nächsten Prüfungstermin im September nur mehr diesen einen Teil wiederholen, alle anderen müssen komplett neu antreten. Insgesamt darf die Prüfung drei Mal wiederholt werden. Die Erfolgschancen sind allerdings gering, wie das Ergebnis der im Juli-Termin zum wiederholten Male angetretenen Studenten zeigt: Von ihnen schaffen es nur etwa zwei Prozent.

Sehr gut sind hingegen die Aussichten für jene, die die SIP 1 schaffen: Bei der ersten großen Prüfung des zweiten Abschnitts, der SIP 2, waren 100 der 111 Angetretenen erfolgreich.

Beschränkung der Studienplätze

Für Konflikte dürfte im Herbst aber die Beschränkung auf 600 Studienplätze im zweiten Abschnitt sorgen. Nach einer Hochrechnung der MUW auf Basis der bisherigen Erfolgsquoten bei den einzelnen Terminen dürften sich nach der Prüfung im September rund 680 Studenten für den zweiten Abschnitt "qualifiziert" haben. Resultat: Etwa 80 Studenten müssen "stehen", die Rangreihung erfolgt nach Antrittstermin bzw. erreichter Punktezahl. Begründet wird dies von der MUW mit der praxisorientierten Ausbildung im zweiten Abschnitt, in dem etwa auf "bedside teaching" gesetzt wird. Man könne für die Studenten nicht einfach mehr Patienten auftreiben. Diese 80 Studierende sind für das nächste Studienjahr "gesetzt".

Das Bildungsministerium hatte im Vorjahr eine Studienplatzbeschränkung untersagt. Die MUW konterte mit dem Verweis auf die begrenzten Kapazitäten und die anderen beiden Medizin-Unis in Graz und Innsbruck, wo Studienplatzbeschränkungen genehmigt wurden. (APA)

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