Öl- und Spritpreise bleiben trotz OPEC-Beschluss zu Förderquoten hoch

28. Juli 2004, 13:11
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Spritpreise in Rotterdam weiter über 480 Dollar je Tonne

Hamburg/Wien - Trotz der beschlossenen Erhöhung der OPEC-Fördermenge bleiben die internationalen Rohölmärkte unter Druck. Die Benzinpreise in Deutschland lagen am Freitag zwar einige Cent unter dem Rekordniveau von durchschnittlich 1,21 Euro je Liter Super Mitte Mai. Die Einkaufspreise für Benzin in Rotterdam haben sich am Freitag weiter auf dem Spitzenniveau von über 480 Dollar je Tonne gehalten. Wegen der Angst vor Terroranschlägen sowie der unsicheren Lage im Irak sei viel Nervosität in den Märkten, sagte die Sprecherin des deutschen Mineralölwirtschaftsverbandes, Barbara Meyer-Bukow, am Freitag in Hamburg.

Ein Sprecher des Mineralölkonzerns Shell verwies darauf, dass die Preise für Superbenzin in Rotterdam seit Monatsanfang mit plus 23 Prozent am stärksten gestiegen seien. Die Notierungen für die Nordseesorte Brent gaben in London am Vormittag leicht um 0,8 Prozent auf 37,80 Dollar je Barrel nach.

Förderung erhöhen

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) wird ihre Förderung wegen der nach wie vor hohen Rohölnotierungen wie geplant zum 1. August um weitere 500.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag auf dann 26 Mio. Barrel erhöhen. Das beschloss die OPEC am Donnerstagabend in Wien und sagte eine für den 21. Juli geplante Sonderkonferenz ab. Die Lage auf den Weltmärkten habe sich seit der letzten Konferenz am 3. Juni in Beirut praktisch nicht verändert, hieß es. Die nächste OPEC-Konferenz ist am 15. September in Wien.

Kartellmitglieder mit einer größeren Förderkapazität, wie Saudi- Arabien oder Kuwait, dürfen ihre Quoten angesichts der Weltmarktlage von sich aus um bis zu 1 Mio. Barrel pro Tag erhöhen. Der OPEC-Beschluss solle das weltweite Wirtschaftswachstum garantieren, sagte OPEC-Präsident Purnomo Yusgiantoro.

Keine Entlastung bei den Preisen

Die OPEC pumpe bereits jetzt mehr Öl in den Markt als beschlossen, was aber noch nicht zu einer Entlastung bei den Preisen geführt habe, sagte die MWV-Sprecherin. Psychologische Faktoren haben nach ihrer Einschätzung derzeit mehr Gewicht als harte Fakten. "Die Förderung von Rohöl und die Versorgung der Märkte sind ausreichend", bekräftigte Meyer-Bukow.

Analysten hatten nach dem erneuten weltweiten Anstieg der Rohölpreise die Anhebung der OPEC-Förderquoten allgemein erwartet. Unter starkem internationalen Druck hatte das Kartell im Juni in Beirut zunächst eine Anhebung der Förderquote um zwei Mio. auf 25,5 Mio. Barrel täglich beschlossen. Dies führte zu einer vorübergehenden Abschwächung der Notierungen. Mitte Mai hatte der Korbpreis für die sieben OPEC-Sorten mit 37,72 Dollar sein bisheriges Jahreshoch.(APA/dpa)

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