Keine Lösung der Botschaftsbesetzung in Mosambik in Aussicht

17. Juli 2004, 16:04
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Ex-DDR-Vertragsarbeiter fordern Sozialversicherungsgelder - Mehrere Millionen Dollar

Maputo - Auch den vierten Tag in Folge hat sich bei der Besetzung der deutschen Botschaft in Mosambik keine Lösung abgezeichnet. Die 40 dort verschanzten Mosambikaner wollten "so lange hier bleiben, bis unserer Beschwerde nachgegeben wird", verkündete der Sprecher der Gruppe, Alberto Muhai, am Freitag. Die Demonstranten hatten die Botschaft in Maputo am Dienstag gestürmt, um stellvertretend für etwa 11.000 ehemalige DDR-Vertragsarbeiter aus Mosambik die Auszahlung ausstehender Sozialversicherungsbeiträge einzufordern.

Der Botschafter versuche in Gesprächen, die ehemaligen Vertragsarbeiter zum freiwilligen Verlassen des Geländes zu bewegen, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Freitag in Berlin. Die Lage sei friedlich. Die Mosambikaner hielten sich in einem Besucherraum auf. Ihre Forderungen richteten sich nicht an Deutschland, sondern an die eigene Regierung.

Seit Dienstag halten die Mosambikaner die Botschaft besetzt, weil sie sich von ihrer Regierung um hunderte Millionen Dollar geprellt sehen. Sie werfen der mosambikanischen Regierung vor, Millionen von Euro zurückzuhalten, die die ehemalige DDR an Sozialversicherungsbeiträgen für die Vertragsarbeiter gezahlt hatte. Maputo zahlte umgerechnet rund 5,6 Millionen Euro an die früheren Arbeiter, denen nach eigenen Angaben aber noch weitere rund neun Millionen Euro zustehen. Das Geld sollte den Vertragsarbeitern nach Rückkehr in ihr Heimatland den Start in eine sichere Existenz garantieren. Vor dem Fall der Mauer arbeiteten etwa 11.000 Mosambikaner vornehmlich in der Bau- und Textilindustrie der DDR. (APA)

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    Die ehemaligen DDR-Vertragsarbeiter besetzen die deutsche Botschaft nun schon seit Tagen.

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