In zehn Jahren 5000 Flüchtlinge im Mittelmeer umgekommen

19. Juli 2004, 09:54
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Hilfsorganisation Pro Asyl kritisiert Flüchtlingspolitik der EU

Osnabrück - Bei der Flucht nach Europa sind in den vergangenen zehn Jahren nach Schätzungen der Flüchtlingsorganisation Pro Asyl mehr als 5.000 Menschen im Mittelmeer ums Leben gekommen.

Diese Zahl sei noch vorsichtig kalkuliert, denn es müsse von einer beträchtlichen Dunkelziffer ausgegangen werden, sagte Pro-Asyl-Vorstandsmitglied Heiko Kauffmann in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Offiziell sei zwar nur von gut 1.000 Toten seit 2002 die Rede; vorher habe es allerdings auch noch gar keine Statistik gegeben.

Abriegelung des Kontinents

Vor diesem Hintergrund kritisierte Kauffmann die Asyl- und Migrationspolitik der Europäischen Union. Es sei eine förmliche Abriegelung des Kontinents organisiert worden. Die jüngsten Vorgänge um das Rettungsschiff Cap Anamur nannte Kauffmann einen Verrat an Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit: "Nicht nur ein Staat, der foltert, verletzt die Menschenrechte, sondern auch ein Staat, der Menschen in existenzieller Notlage - zum Beispiel Schiffbrüchige - ihrem Schicksal überlässt."(APA/AP)

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