Asyl: Weitere Maßnahmen für Erstaufnahmezentrum Thalham

18. Juli 2004, 20:45
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Landeshauptmann Pühringer: Anreize für Asylwerber, "sich vermehrt auf dem Gelände der Betreuungsstelle aufzuhalten"

Linz - Innenminister Ernst Strasser (V) habe auf die Maßnahmenvorschläge zur Entschärfung der Konflikte um das Erstaufnahmezentrum für Asylwerber in Thalham in St. Georgen im Attergau (Bez. Vöcklabruck) in Oberösterreich "schnell reagiert", berichtete Landeshauptmann Josef Pühringer (V) in einer Presseaussendung vom Freitag. In einem Schreiben habe ihn Strasser über weitere bereits umgesetzte Maßnahmen - u.a. für ein verstärktes Informations- und Beschäftigungsangebot für die Flüchtlinge - informiert.

So sei der Fernsehraum wieder hergestellt worden, Sportgeräte und Spiele stünden nunmehr zur Verfügung. Die Asylwerber hätten die Möglichkeit, ein Kursangebot zu Landes- und Kulturkunde, Deutsch, Hausordnung, Rechte und Pflichten sowie Sport im Erstaufnahmezentrum zu nutzen. Der Andrang sei "bereits sehr groß", so der Innenminister im Brief an Pühringer.

Ab sofort gebe es einen mehrsprachigen Sozialarbeiter für die Betreuung der Flüchtlinge. Es würden zudem verstärkt Maßnahmen gesetzt, die den Asylwerbern klar signalisieren sollen, dass es Regeln gebe, die im Interesse der Erhaltung von Sicherheit und Ordnung einzuhalten seien. Geprüft würden laut Strasser durch das Innenministerium auch bauliche Adaptierungsmaßnahmen im Eingangsbereich und ein vermehrter Einsatz von Wachpersonal auf dem Gelände, insbesondere während der Nachtstunden.

"Beitrag zur Hebung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung"

"Mit diesen Maßnahmen sollen deutliche Anreize für die in Thalham untergebrachten Asylwerber gesetzt werden, sich vermehrt auf dem Gelände der Betreuungsstelle aufzuhalten", erklärte Pühringer. Damit könne ein weiterer Beitrag zur Hebung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung geleistet werden.

Das bisherige Flüchtlingslager Thalham war Anfang Mai dieses Jahres in ein Erstaufnahmezentrum umgewandelt worden und ist seitdem offizielle Anlaufstelle für Asylwerber in Westösterreich. Mit 200 Plätzen ist es nach Traiskirchen in Niederösterreich bundesweit die zweitgrößte derartige Einrichtung. Eine Bürgerinitiative "St. Georgen, ein zweites Traiskirchen?" kritisierte später, es sei zu einem Anstieg der Kriminalität gekommen, unter der Bevölkerung habe sich Verärgerung über das Erstaufnahmezentrum breit gemacht. (APA)

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