Gedenkmesse für Dollfuß im Kanzleramt stößt auf schafe Kritik der Opposition

17. Juli 2004, 17:36
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Darabos: Schüssel soll Veranstaltung für austrofaschistischen Diktator untersagen - Petrovic: Provokation der ÖVP

Wien - Auf scharfe Kritik der Opposition stößt die für 26. Juli im Marmor-Ecksaal des Kanzleramts geplante Gedenkmesse für den ehemaligen Bundeskanzler Engelbert Dollfuß. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos forderte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) auf, die "Gedenkmesse für den austrofaschistischen Diktator zu untersagen". Die Grüne Vizechefin Madeleine Petrovic sprach von einer "Provokation der ÖVP".

Als "skandalös" und "einer Demokratie unwürdig" bezeichnete Darabos das Vorhaben der ÖVP. "Dollfuß ist verantwortlich für die Inhaftierung und Ermordung hunderter Österreicher", verwies der SPÖ-Bundesgeschäftsführer auf "Verfehlungen des Vater des Austrofaschismus". Es wäre eher ein Gedenken an seine Opfer angebracht." Man müsse auch klar daran erinnern, dass Dollfuß als Bundeskanzler die Demokratie außer Kraft gesetzt und anschließend anhand von Notverordnungen autoritär und diktatorisch regiert habe. Schüssel müsse sich überlegen, ob es das richtige Signal sei, "einem solchen Mann in seinem Amtsgebäude zu gedenken".

Auch Petrovic sprach von einem "absolut falschen Signal". Nach Ansicht der Grünen ist diese Veranstaltung als Provokation der ÖVP zu verstehen. Petrovic: "Die ÖVP instrumentalisiert damit den Tod eines Menschen für ihre konservative Wende. Die überzogene Reaktion der SPÖ trägt allerdings nur dazu bei, dass das alte Lagerdenken der Zwischenkriegszeit erneut auflebt." Die ÖVP wäre gut beraten, die Veranstaltung zu überdenken. (APA)

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