Bilanz-Korrektur bringt Red Hat Klagen ein

27. Juli 2004, 13:38
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Neun Rechtsanwaltskanzleien werfen Linux-Distributor Kursmanipulation vor

Die Ankündigung des Linux-Distributors Red Hat, die Bilanzen für die vergangenen drei Geschäftsjahre neu zu erstellen, hat nun ein gerichtliches Nachspiel. Wie US-Medien am Freitag berichten, haben zumindest neun Rechtsanwaltskanzleien Klagen gegen das Unternehmen eingebracht. Darin wird dem Linux-Distributor vorgeworfen, die Öffentlichkeit bezüglich des Geschäftserfolges belogen zu haben.

Neuberechnung seiner Bilanzen

Red Hat hatte am Dienstag dieser Woche die Neuberechnung seiner Bilanzen angekündigt. Der Ankündigung waren längere Diskussionen mit den Red-Hat-Buchprüfern von PricewaterhouseCoopers vorausgegangen, hieß es. Nach den neuen Rechnungsregeln sollen die Einnahmen aus Kundenverträgen nicht auf monatlicher Basis, sondern auf täglicher Basis verrechnet werden. Nach der Ankündigung der Neuberechnung rutschten die Aktien des Unternehmens um 23 Prozent ab.

Falsche Angaben

Die Kläger, darunter die Kanzlei Lerach Coughlin Stoia & Robbins, werfen Red Hat nun vor, falsche Angaben über den bisherigen Geschäftserfolg gemacht zu haben. Die Beklagten, unter anderem Red-Hat-CEO Matthew Szulik und CFO Kevin Thompson, hätten dadurch Aktien zu einem überhöhten Preis verkaufen können. Tatsächlich hatte Red Hat eingestanden, dass es durch die Neuberechnung der Geschäftszahlen zwar zu keinen Änderungen beim Umsatz, sehr wohl aber bei den Gewinnen kommen werde. Für das Quartal, das am 30. November 2002 geendet hat, wird etwa nunmehr ein Verlust von mehr als 440.000 Dollar ausgewiesen anstatt eines bisher ausgewiesenen Gewinnes von 214.000 Dollar, berichtet Cnet.(pte)

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