Schweizer Meisterschaft mit österreichischem Trio

17. Juli 2004, 23:21
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Mandls FC Basel klarer Titel-Favorit - FC St. Gallen mit Heinz Peischl und Rene Schicker will Mittelfeldplatz

Zürich - Vier Tage nach der T-Mobile-Bundesliga erfolgt auch in Österreichs EM-Partner-Land Schweiz der Anpfiff zur neuen Meisterschaftssaison. Mit von der Partie ist ab Samstag auch ein österreichisches Trio. Teamkeeper Thomas Mandl wechselte heuer von Sturm Graz zum Titelverteidiger FC Basel, Heinz Peischl als Trainer des FC St. Gallen hat den jungen Rene Schicker, der zuletzt vom SV Kapfenberg an SV Salzburg verliehen gewesen war, bekommen.

Auch wenn die Saison-Ziele unterschiedlich sind, zum Auftakt hat die rot-weiß-rote Kolonie eines gemeinsam: Sie startet am Samstag um 19.30 Uhr jeweils vor eigenem Publikum die Punktejagd. Basel hat im St. Jakob-Park den FC Aarau, der die vorige Saison als Achter beendete, zu Gast und die 2003/04 fünftplatzierten St. Gallener treten im Espenmoos gegen Vize-Meister Young Boys Bern an, der vor einem Jahr durch ein 4:1 alle drei Zähler mitnahm.

Mandl nur Ersatz

Im Tor der Basler wird allerdings nicht Mandl, sondern Pascal Zuberbühler stehen. Trainer Christian Gross, der seit Juni 1999 im Amt ist und für den "besten Kader der Klubhistorie" das Erreichen der Champions League sowie das Double als Ziele ausgegeben hat, ließ wissen, dass der 33-Jährige für ihn erste Wahl ist. "Die Verpflichtung Mandls bereitet mir keine schlaflosen Nächte. Ich freue mich auf das Duell", sieht Zuberbühler, der nach dem Rücktritt von Jörg Stiel auch im Team die Nummer eins ist, gelassen in seine sportliche Zukunft.

Mandl, der die Rückennummer 35 ("Ich wollte keine Zahl mit der Ziffer eins") erhielt, gibt sich kämpferisch und motiviert: "Natürlich ist es schwer im Ausland, man kann nicht damit rechnen, gleich die Nummer eins zu sein. Aber ich werde mich durchsetzen", sagt der Burgenländer, der stets die Worte von ÖFB-Teamchef Hans Krankl, wonach nur der eine Chance im Nationalteam habe, der auch für seinen Klub regelmäßig spiele, im Hinterkopf hat.

Basel hat groß eingekauft

Der zwölffache ÖFB-Teamspieler ("Die Entscheidung trifft der Teamchef") möchte unbedingt im Nationalteam bleiben. Seine Kampfansage hat auch sein Konkurrent gehört. "Es ist doch gut, wenn einer mit Elan und Ehrgeiz kommt", meinte Zuberbühler. An der Favoritenstellung der Basler ändert dieser Kampf ums Einser-Leiberl freilich überhaupt nichts. Die Rotblauen haben um insgesamt neun Millionen Franken (5,92 Mio. Euro) eingekauft und sind stärker denn je. Ihr elfter Titelgewinn scheint außer Frage zu stehen.

Dem FC Basel am ehesten gefährlich werden könnten die Young Boys Bern (zuletzt mit 13 Punkten Rückstand Vize), Servette Genf mit 16 Neuen (11 x Meister/zuletzt 1999) und vielleicht der FC Zürich (9/1981), Rekordmeister Grasshoppers Zürich (27/2003) werden hingegen keine großen Chancen eingeräumt. Und was darf Mandls burgenländischer Landsmann Peischl von der neuen Saison erwarten? Unter dem Trainer, der vor seiner vierten Saison in der Schweiz steht und seit Jänner 2003 den FCSG betreut, sind die St. Gallener gereift.

Eidgenössische Experten trauen den Grünweißen sogar zu, im Kampf um einen UEFA-Cup-Startplatz ein Wörtchen mitzureden. "Nach der sportlichen und wirtschaftlichen Konsolidierung wollen wir im gesicherten Mittelfeld landen und mehr als 50 Punkte schaffen. 2005/06 wollen wir dann vorne mitspielen", sagt der 40-Jährige den Optimisten. Sein Kader mit zwölf alten und sechs neuen Spielern, zu denen Schicker und der Nigerianer Benedict Akwuegbu (zuletzt FC Kärnten) zählen, sei von der Qualität zwar besser, dies müsse aber erst auf dem Rasen bewiesen werden.(APA)

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