Juppé als Chef der französischen Regierungspartei zurückgetreten

17. Juli 2004, 19:00
posten

UMP-Machtkampf wird erst im November entschieden

Paris - Der französische Ex-Premier Alain Juppé ist am Freitag vom Vorsitz der bürgerlich-konservativen Mehrheitspartei UMP ("Union für eine Volksbewegung") zurückgetreten. Der enge Vertraute von Staatspräsident Jacques Chirac hatte diesen Schritt bereits im Februar angekündigt, nachdem er in einer Parteifinanzierungsaffäre in erster Instanz zu einer Bewährungsstrafe und zum Verlust des passiven Wahlrechts für zehn Jahre verurteilt worden war. Sein Nachfolger wird erst im November gewählt.

Die UMP war 2002 als Nachfolgerin der Neogaullisten-Partei RPR zur Unterstützung Chiracs gegründet worden. Sie verfügt über die absolute Mehrheit der Mandate in der Nationalversammlung. Juppé war RPR-Generalsekretär und von 1995 bis 1997 Premierminister.

Als klarer Favorit für die Parteispitze gilt Wirtschafts- und Finanzminister Nicolas Sarkozy, der bereits seinen Anspruch auf die Chirac-Nachfolge bei der Präsidentenwahl 2007 angemeldet hat. Chirac hat seinem Herausforderer zur Bedingung gemacht, dass er im Fall seiner Wahl zum UMP-Vorsitzenden seine Regierungsämter niederlegen muss. In seinem traditionellen Fernseh-Interview zum Nationalfeiertag am 14. Juli hatte der Staatschef Sarkozy in die Schranken gewiesen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ex-Premier Alain Juppé hatte seinen Rücktritt vom UMP-Vorsitz im Februar angekündigt, nachdem er in einer Parteifinanzierungsaffäre in erster Instanz zu einer Bewährungsstrafe und zum Verlust des passiven Wahlrechts für zehn Jahre verurteilt worden war.

Share if you care.