Ölpreise trieben Teuerungsrate auf 2,3 Prozent

28. Juli 2004, 12:56
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Im Juni höchster Wert seit Oktober 2001 - Kraftstoffe und Nahrungsmittel als Inflationstreiber

Wien - Die anhaltende Verteuerung der Treibstoffpreise wegen höherer Ölpreise hat die Inflationsrate in Österreich im Juni 2004 bis auf 2,3 Prozent hochgetrieben. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2001, als die Teuerungsrate 2,5 Prozent betrug. Im Vormonat Mai lag die Inflationsrate bei 2,1 Prozent, im April bei 1,6 Prozent, wie die Statistik Austria am Freitag mitteilte.

Vor allem die Preise für Kraftstoffe und Schmiermittel erwiesen sich nach Angaben der Statistik Austria als Inflationstreiber. Sie waren im Juni um durchschnittlich 15 Prozent teurer als vor einem Jahr. Die Treibstoffpreise verharren damit 4,4 Prozent über dem hohen Niveau des Jahres 2000. Normalbenzin ist um 17 Prozent, Superbenzin um 16 Prozent und Diesel um 15 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Flugtickets verteuerten sich im Jahresabstand um 32 Prozent.

Der für die Währungsunion berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) legte im Juni ebenfalls um 2,3 Prozent zu.

Im Monatsabstand stieg das nach dem nationalen Warenkorb ermittelte Preisniveau im Juni um 0,4 Prozent, nach den HVPI-Kriterien verteuerten sich Waren und Dienstleistungen zum Vormonat um 0,2 Prozent.

Flugtickets seit Mai um 13 % teurer

Fast die Hälfte der Verteuerung im Juni gegenüber dem Vormonat Mai entfiel auf höhere Preise für Flugtickets (+13,2 Prozent) und Flugpauschalreisen (+8,6 Prozent), geht aus den Angaben der Statistik Austria hervor. Rechtzeitig zu Beginn der Hauptreisezeit waren aber in allen Tourismusbereichen Preissteigerungen zu beobachten. Höhere Treibstoffpreise fielen im monatlichen Vergleich nicht ins Gewicht, die Subindizes für Energiekosten bzw. für den privaten Pkw-Verkehr blieben gegenüber Mai gleich hoch.

In der Rubrik Verkehr gab es generell Verteuerungen um knapp ein Prozent. Pauschalreisen wurden um +6,3 Prozent teurer. Buspauschalreisen kosteten um durchschnittlich 3 Prozent mehr, davon Buspauschalreisen im Inland 9 Prozent. Im Straßenpersonenverkehr zogen die Preise um 3 Prozent an. Für Nachtfahrten im Taxi waren um ganze 6 Prozent mehr zu bezahlen als noch im Mai, Fahrten tagsüber kosteten um 1 Prozent mehr.

Ausstellungen und Museen

Auch für den Besuch von Ausstellungen und Museen (+3 Prozent) mussten Österreicher tiefer in die Tasche greifen. Im Durchschnitt stiegen die Preise in der Rubrik Freizeit und Kultur um 1,3 Prozent. Für um 0,6 Prozent höhere Preise bei Restaurants und Hotels waren vor allem die Beherbergungsdienstleistungen (+4,5 Prozent) verantwortlich, davon in erster Linie Übernachtungen im Ausland/Appartement, die mit +18 Prozent diesen Preisanstieg verursachten.

Der traditionellerweise in den Sommermonaten stattfindende Ausverkauf war im Juni dagegen noch kaum bemerkbar. Bei Bekleidung und Schuhen waren nur durchschnittliche Preissenkungen von 0,7 Prozent zu beobachten. Bekleidungsartikel wurden um durchschnittlich 1 Prozent billiger. Bei Tabak und alkoholischen Getränken waren mit minus 0,1 Prozent sehr geringe Preissenkungen zu beobachten. Dosenbier und Alkoholfreies Bier waren jeweils um 1 Prozent billiger als im Monat zuvor. (APA)

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    Vor allem die Preise für Kraftstoffe und Schmiermittel erwiesen sich als Inflationstreiber.

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