Feuerkatastrophe in Indien: Über 70 Kinder in Schule verbrannt

16. Juli 2004, 14:43
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Feuer wurde vermutlich durch Kurzschluss ausgelost - an die 900 Kinder zwischen vier und 13 Jahren waren in der Schule

Neu-Delhi - Eine Feuerkatastrophe in Südindien hat am Freitag über 70 Kindern das Leben gekostet. Die Buben und Mädchen verbrannten, nachdem offenbar ein Kurzschluss ihr Schulgebäude in einer Kleinstadt im Unionsstaat Tamil Nadu in Brand gesetzt hatte. Mehr als 100 Opfer wurden mit teilweise schweren Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert. Der Zustand von 32 Verletzten wurde als kritisch beschrieben, die Zahl der Toten könnte daher weiter steigen. In unbestätigten Meldungen war von bis zu 100 Leichen die Rede gewesen

Kinder zwischen vier und 13 Jahren

Die Nachrichtenagentur PTI berichtete, die meisten der ums Leben gekommenen Kinder seien zwischen vier und 13 Jahren alt gewesen.

Der Feuerwehr gelang es nach rund einer Stunde, das Feuer zu löschen. Rettungskräfte und Nachbarn versuchten verzweifelt, die Verletzten aus den Trümmern zu ziehen und in Krankenhäuser zu bringen. Die verbrannten Leichen wurden in einem Raum des Hauses aufgereiht und dann einzeln abtransportiert. Vor dem Gebäude versammelten sich Hunderte Trauernde.

Brandschutz

Fernsehsender zeigten Bilder des verkohlten Schulgebäudes in Kumbakonam im Bezirk Thanjavur. Kumbakonam liegt rund 300 Kilometer südlich von Madras am Ufer des Flusses Cauvery. Offen blieb zunächst, ob die Schule über ausreichenden Brandschutz verfügte. Die Regierung Tamil Nadus hatte nach einem schweren Brand auf einer Hochzeit mit 59 Toten vor einigen Monaten angeordnet, dass alle öffentlichen Gebäude mit angemessenen Feuerschutz-Systemen ausgestattet werden müssen.

900 Schüler

Radhakrishnan sagte, möglicherweise habe ein Kurzschluss zu dem Brand geführt. In der Schule wurdenan die 900 Schüler unterrichtet, es war jedoch nicht klar, wie viele von ihnen sich zum Zeitpunkt des Brandes in dem dreistöckigen Gebäude aufhielten. Eine Untersuchung wurde angekündigt.

Die indische Regierung kürzte im Rahmen ihres Reformprogramms in jüngster Zeit die Bildungsausgaben. Seitdem eröffnen im ganzen Land immer mehr Privatschulen, die häufig schlecht ausgestattet sind und nicht über Rauchmelder oder Feuerlöscher verfügen.(APA)

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