Beach-Volleyball: Berger/Doppler vorerst aus Olympia-Träumen gerissen

16. Juli 2004, 21:20
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Doppler zog sich in Marseille vermutlich Innenband-Blessur zu - Therapie in Althofen - Olympia-Start wackelt, aber Hoffnung

Marseille - Die Olympia-Träume der Beach-Volleyballer Nik Berger und Clemens Doppler sind am Donnerstag schon nahe am Zerplatzen gewesen. Doppler hatte sich beim Grand-Slam-Turnier in Marseille in der zweiten Runde eine schwere Knieverletzung zugezogen, die erste Diagnose des Tour-Arztes lautete auf Kreuzbandriss. Beim Röntgen im Krankenhaus wurde dann aber "nur" eine Innenband-Blessur festgestellt. Doppler wollte danach so rasch wie möglich zur Therapie nach Österreich, um für die Spiele noch fit zu werden.

Das Unglück passierte nach dem 2:0-Erstrundensieg über die Franzosen Molinier/Deulofeu gegen die Norweger Horrem/Maaseide. Nach dem Verlust des ersten Satzes mit 22:24 verdrehte sich Doppler nach einem Angriffsball beim Aufkommen im Sand das linke Knie. Nach der Hiobsbotschaft an Ort und Stelle waren die Spieler und ihr Trainer Marco Solustri am Boden zerstört, auch Tränen blieben nicht aus. Die zweite, jedoch nicht per Magnetresonanz-Untersuchung gestellte Diagnose, lässt sie aber wieder Mut schöpfen, auch Doppler.

Die Künste des Knie- und Schulter-Spezialisten Dr. Georg Lajtai, einst auch Arzt von Andreas Goldberger, in dessen Privatklinik in Althofen lassen den 23-Jährigen hoffen: "Sollte die Magnetresonanzuntersuchung einen Hoffnungsschimmer ergeben, werde ich alles daran setzen, um für Athen fit zu werden. Ich werde 24 Stunden am Tag arbeiten, um eventuell dabei sein zu können. Derzeit bin ich noch deprimiert. Aber mein Kampfgeist kommt zurück und sollte ich eine kleine Chance wittern, werde ich sie nützen."

Der behandelnde Arzt in Marseille vermutete eher eine Innenband-Überdehnung und keinen -Riss, er legte die Belastungspause mit vier bis sechs Wochen fest - allerdings für einen "normalen" Menschen. Da Leistungssportler derartige Fristen oft verkürzen, könnte es sich theoretisch bis zum Olympia-Turnier-Auftakt am 14. August ausgehen. Die Teilnahme am Grand-Slam-Turnier Ende Juli in Klagenfurt scheint aber ausgeschlossen.

Während Berger/Doppler in Marseille auf dem Papier den geteilten 17. Rang belegen, sind Robert Nowotny/Peter Gartmayer am Freitag noch im Einsatz. Nach einem beachtlichen 2:0-Erfolg gegen Olympiasieger Eric Fonoimoana/Kevin Wong setzte es im Runde zwei gegen die Brasilianer Benjamin/Marcio Araujo ein klares 0:2. Im Loser-Pool geht es nun gegen die US-Amerikaner Rogers/Scott. Der Verlierer ist 17., der Gewinner zumindest 13.(APA)

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